Herbstwanderung
Erntedankkorb
 
 

Nachruf von Militärbischof Mag. Christian Werner

Papst Johannes Paul II. eröffnete mit folgenden Worten sein Apostolisches Schreiben "Novo Millennio Ineunte":
"Zu Beginn des neuen Jahrtausends hallen in unseren Herzen die Worte wider, mit denen einst Jesus den Apostel Petrus aufforderte, zum Fischen auf den See hinauszufahren: 'Duc in altum!' (Lk 5,4). Petrus und die ersten Gefährten vertrauten dem Wort Christi und warfen ihre Netze aus. 'Das taten sie und fingen eine große Menge Fische' (Lk 5,6)".
Zum 25-jährigen Jubiläum der Katholischen Militärseelsorge ermutigte uns der damalige Militärvikar Dr. Franz ZAK ebenso mit der selben Frohbotschaft aus dem Lukas-Evangelium: "Ja, liebe Mitbrüder" - so Bischof ZAK - "immer wieder gilt es von neuem die Anker zu lichten die Ruder zu ergreifen, an die Arbeit zu gehen. Der Herr ruft zur Tat.
Mit Petrus wollen wir antworten: "Auf dein Wort hin wollen wir die Netze auswerfen".
Auf hoher See, mitten in der Diaspora der Welt, mitten in unserem Zaudern und ängstlich sein, wissen wir uns geeint und gestärkt durch Christus in der Kirche unter den Soldaten unseren Dienst zu leisten. Ich weiß, dass der Herr jedes gute Wort, jeden brüderlichen Dienst, jeden priesterlichen Rat, jede pastorale Hilfe tausendfach lohnen wird. Der Herr schaut auf den guten Willen. Wir können nur säen und gießen, das Wachsen und Reifen liegt beim Herrn."
Diese Worte aus einer seiner viel beachteten Predigten drückten für uns Militärseelsorger seine bischöfliche Grundhaltung, seinen immer ermutigenden Zuspruch, seine große Fürsorge aus. Dafür möchte ich als derzeitiger Militärbischof im Namen aller Militärseelsorger aufrichtig danken. Gott schenkte meinem Militärgeneralvikar und mir die Gelegenheit, Bischof ZAK im AKH kurz vor seinem Sterben zu besuchen.
Sprechen konnte er nicht mehr, aber seine Augen drückten große Freude aus. Wir unterhielten uns schriftlich.
Das letzte Wort, welches er uns auf einen kleinen Zettel schrieb, hieß: DANKE.
Wir Militärseelsorger haben DIR, lieber Bischof, zu danken für 17 Jahre unermüdliches und aufopferndes Wirken für unsere Soldaten und ihre Familien. Wenn wir an deine Wirkungszeit beim Österreichischen Bundesheer zurückdenken, so bleibt uns dein glaubwürdiges Zeugnis und deine Mitmenschlichkeit, die dir den Zugang zu den Soldaten aller Dienstgrade eröffnete, in unauslöschlicher Erinnerung.
Das Österreichische Bundesheer dankt ihrem ehemaligen Militärbischof für sein Vorbild in Gerechtigkeit, Frömmigkeit und Tapferkeit. Im Sinne des 2.Vatikanischen Konzils und des Dekrets über die Hirtenaufgabe der Bischöfe stärkte Bischof Zak unzählige Soldaten und ihre Angehörigen im Glauben. Er zeigte großes Interesse an der katholischen Laienbewegung unter den Soldaten im In- und Ausland (AKS, AMI).
Ein besonderer Anlass, die Soldaten in ihrem Selbstverständnis zu ermutigen, war der Katholikentag 1983 mit dem Besuch des Heiligen Vaters:
erstmals stellte sich die Militärseelsorge als 10. Diözese dar und vertiefte durch die Worte des Zweiten Vatikanischen Konzils ihren weltweiten Auftrag:
"Wer als Soldat im Dienst des Vaterlandes steht, betrachte sich als Diener der Sicherheit und der Freiheit der Völker. Indem er diese Aufgabe recht erfüllt, trägt er wahrhaft zur Festigung des Friedens bei."
Friedenserziehung und Gesprächsbereitschaft waren für Militärbischof ZAK große Anliegen: vor allem aber während der UNO-Einsätze und in vielen Gesprächen mit Laienorganisationen über das Selbstverständnis des katholischen Soldaten ("Hütteldorfer Thesen"). Soldatenwallfahrten nach Rom, Lourdes und Mariazell bleiben für uns Soldaten unter seiner Führung unvergessliche, religiöse Höhepunkte.
Wir Soldaten des Österreichischen Bundesheeres sagen für all Dein segensreiches Wirken ein aufrichtiges Vergelt's Gott und verabschieden uns bei Deinem Heimgang zum Gott der Liebe und des Friedens mit einem Musikstück.
Es erklingt darum nun, gespielt von der Militärmusik NÖ, der religiöse Teil des Österreichischen Zapfenstreichs, den Du, lieber Mitbruder, so sehr geschätzt hast.