Nachfolge Jesu in der Welt

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Säkularinstitute stellten sich und ihre Lebensweise bei einem Informationstag im Sommerrefektorium in St. Pölten vor. Unter der Moderation von Subregens Dr. Gerhard Reitzinger zeigten Vertreterinnen der neun in Österreich tätigen Säkularinstitute auf, was es bedeutet, als Laie in der Nachfolge Christi zu leben und in der Gesellschaft als Sauerteig zu wirken.

Mit der Entstehung der ersten Säkularinstitute nach dem 1. Weltkrieg sei "eine neue Knospe aufgegangen", erklärte Margareta Herndlhofer von der "Caritas Christi". Es sei ein "Zeichen des Heiligen Geistes", dass das Charisma der Säkularinstitute gerade in der Zeit der Säkularisierung aufgegangen sei. So verlassen die Mitglieder der Säkularinstitute nicht die Welt und ziehen sich in ein Kloster zurück, sondern leben als berufene Laien nach den evangelischen Räten Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit in der Welt. Sie leben selbständig und selbstverantwortlich, gehen ihrem erlernten Beruf nach und "leben die Nachfolge Christi im jeweiligen Milieu", so Herndlhofer.

Durch die Konstitution "Provida mater" von Papst Pius XII. im Jahre 1947 wurden die Säkularinstitute als gleichberechtigte Lebensform kirchenrechtlich anerkannt. Das 2. Vatikanische Konzil hat die Säkularinstitute durch die Aufwertung der Stellung der Laien "noch mehr in den Blickpunkt gerückt", wie Herndlhofer betonte: "So können wir als Laien den Glauben an Orten leben, wo die Amtskirche mit ihrem Arm nicht hinkommt." Das Apostolat und die Mission der Säkularinstitute sei es, durch die Mittel des Berufes "das Reich Gottes in den Strukturen der Welt zum Wachsen zu bringen".

"Geweihte Laien"

Das Charisma der Säkularinstitute trage eine große Spannung in sich, erklärte Herndlhofer. Einerseits antworten die Mitglieder auf den Anruf Gottes mit einer lebenslangen Bindung an ihn durch die evangelischen Räte, andererseits leben sie unter den Bedingungen der Welt "ein ganz gewöhnliches Leben". Als "eine Art geweihte Laien" zeigen sie auf, dass es möglich ist, Christus auch im Alltag nachzufolgen. Margareta Herndlhofer: "Die Hoffnung der Säkularinstitute ist die des Senfkorns: dass aus etwas Kleinem etwas Großes wird, und so die Welt zu verändern."

Zum Leben der evangelischen Räte hat jedes Institut eigene Regeln oder Leitlinien. Armut bedeutet nicht der Verzicht auf Privateigentum, das für ein selbständiges Leben notwendig ist. Es geht um eine einfache Lebensweise und die "innere Haltung der Armut". Der Gehorsam wird dem Willen Gotte gegenüber gelebt, im "Horchen auf sein Wort" und im "Erkennen der Zeichen der Zeit". Die Ehelosigkeit schließlich ist "Ausdruck der Liebe zu Christus" und eine "Schule der Liebe". Eine Folge der Ehelosigkeit ist auch eine größere Verfügbarkeit.

"Jeder Mensch hat eine Berufung von Gott", betonte Dr. Reitzinger, Leiter der Diözesanstelle für Berufe der Kirche. Berufungspastoral bedeute auch, seinen eigenen Weg bekannt zu machen, aber auch die Unterstützung des anderen auf dem Weg und "ein Stück weit mitzugehen", so Reitzinger. "Das hilft mir auch zu sehen, wo ich selbst stehe."

Ancillae Christi Regis
Die "Dienerinnen Christi des Königs" wurden 1926 von Kan. Leopold Engelhart in Wien gegründet. Ihre Sendung besteht darin, das Wirken der Priester in der Seelsorge durch Gebet und persönlichen Einsatz ihrer verschiedenen Talente und Möglichkeiten mitzutragen. Grundlagen sind die tiefe Beziehung zu Christus aus der Hl. Schrift, die Meditation und die Eucharistie.

Caritas Christi
Die "Caritas Christi" wurde 1937 von Juliette Molland in Südfrankreich für Frauen (unverheiratet, geschieden, verwitwet) in allen Milieus und Berufen gegründet. Die Mitglieder leben in weltweit über 40 Länern kontemplativ und apostolisch mitten in der Welt "unter dem Blick des Vaters, der in das Verborgene sieht" (Mt 6,6).

Gemeinschaft der Nachfolge Christi
Die "Societas de Imitatione Christi" ist nach der Spiritualität des hl. Ignatius von Loyola ausgerichtet. Unter dem Leitspruch "Gott finden in allen Dingen" leisten die Mitglieder Bildungsarbeit, wirken in Pfarren und im Leprawerk "Tala Rizal".

Gemeinschaft unserer Lieben Frau vom Wege
Der Name kommt von einem Marienbild in Rom, das Ignatius von Loyola sehr verehrt hat. Die Gemeinschaft wurde 1936 von P. Carl Dinkhauser und Maria Elisabeth Strachotinsky in Steyr gegründet und lebt in der ignatianischen Spiritualität. Die Mitglieder versuchen in persönlicher Verantwortung, die Botschaft des Evangeliums in den verschiedenen Berufen und gesellschaftlichen Strukturen "durch ihr Dasein und ihren Einsatz" zu verkünden.

Gemeinschaft der Kamillianischen Schwestern
Die Schwestern verstehen sich als "Wegbegleiterinnen für Menschen im Leid". In zwei Lebensformen, dem Säkularinstitut und den "Freunden der Kranken und Leidenden - St. Kamillus" wollen sie in Österreich, Deutschland und Brasilien "Gottes heilende Liebe in unserem persönlichen Umfeld erfahrbar werden lassen".

Kleine Franziskanische Familie
Die Familie versteht sich als "klein im franziskanischen Geist", ist in 11 Ländern verbreitet und hilft an der Heiligung der Priester und Gottgeweihten durch Gebet und Opfer mit.

Säkularinstitut des hl. Franz von Sales
Die Gemeinschaft ist von der salesianischen Spiritualität geprägt. Das Apostolat der Mitglieder erstreckt sich sowohl auf die vielfältige Mitarbeit in kirchlichen Bereichen, in caritativ-sozialen Diensten als auch ganz wesentlich auf Engagements in kirchenfernen Randgruppen.

Schönstätter Marienschwestern - Frauen von Schönstatt
Die Gemeinschaft wurde von P. Josef Kentenich gegründet und ist Teil der internationalen Schönstattbewegung. Neben den evangelischen Räten schließen die Schwestern ein "Liebesbündnis mit Maria". Ihr Leben "mitten im Alltag" leitet das "Ideal der Werktagsheiligkeit".

Werk der Frohbotschaft Batschuns
Die Gemeinschaft der "Frohbotinnen" wurde 1947 in Vorarlberg gegründet. Das Werk engagiert sich in der sozialen Berufsbildung und bietet Ausbildungen zur Altenfachbetreuerin, Familienhelferin und Behindertenpädagogin. Die Gemeinschaft betreut Projekte in Österreich, England, in der Türkei und in Lateinamerika.

Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Säkularinstitute