Moslems stellen sich gegen "Hetzprediger"

"Alle fünf Grundsätze des Islam sind auf Frieden hin ausgerichtet" betonte die Medienreferentin der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Carla Amina Baghajati bei einem abendlichen "Sozialstammtisch" kürzlich im Betriebsseelsorgezentrum in St. Pölten. In ihren Darlegungen über Gewalt und Gewaltfreiheit im Islam ging Baghajati auf das widersprüchliche Verständnis des Djihad ein. Djihad bedeute, sich für Gott und den Glauben einzusetzen und anzustrengen, sozusagen "den inneren Schweinehund zu überwinden", sagte sie. Djihad sei nicht mit Krieg und Gewalt gleichzusetzen, doch könne der Einsatz für den Glauben auch erforderlich machen, sich mit Gewaltanwendung zu verteidigen. "Dies liegt aber nicht in einer persönlichen Entscheidung des Einzelnen, sondern muss in eine staatliche Gesamtheit eingebunden sein", erklärte die Medienreferentin. Damit sei einer willkürlichen Auslegung dieser Koranstellen ein Riegel vorgeschoben.

Sehr wohl seien Muslime aber aufgerufen, "im Guten mit anderen zu wetteifern", unterstrich Amina Baghajati und betonte, dass in der muslimischen Gemeinschaft viel an Friedenserziehung geleistet werde, vor allem im Religionsunterricht. "Wir dürfen uns nicht davor drücken, klar darzulegen, wo der Islam von einigen wenigen missbraucht wird", unterstrich sie. Dazu sei ein "innerislamischer Reinigungsdiskurs" angesagt, die Fehlinterpretationen kennen zu lernen und widerlegen zu können. Dies gelinge in Österreich eher als in außereuropäischen Ländern, wies sie hin. Als "beste Voraussetzung" dafür nannte Baghajati die in Österreich gegebene gesetzliche Anerkennung des Islam, vor allem auch im Schulunterricht. "Durch Erziehung zum Frieden und genaue Informationen wollen wir sogenannten Hetzpredigern keine Möglichkeit geben".