Mit tiefen Wurzeln die Zukunft bestehen

Welche Strategien kann man in einer Zeit, in der Flexibilität, Geschwindigkeit und Individualisierung auch in der Landwirtschaft gefragt sind, entwickeln, um als Mensch, aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht, bestehen zu können? - „Was hoch wachsen will, das muss tief wurzeln“, so die Antwort von Mag. Johannes Brandl, Leiter der SPES-Akademie Schlierbach und Referent beim Mostviertler Bauerntag der Katholischen Männerbewegung am vergangenen Samstag im Stift Seitenstetten. Um die Welt zu erhalten, wäre radikales Umdenken gefordert. Die Vergangenheit könne man nicht mehr korrigieren, aber: „Wir müssen heute die Weichen für die Zukunft stellen. Was unsere Aufmerksamkeit gewinnt, das wächst“, so Brandl. Unsere Zivilisation werde von der Erfindung zeitsparender Mittel bestimmt, vom Streben, in allen Bereichen Zeit zu sparen. Aber: „Wirklich wichtig ist uns nur das, wofür wir uns Zeit nehmen“, meinte der Vortragende. Das Wichtigste bestimme alle übrigen Gewichtungen.

Selbstbewusstsein und Gottvertrauen notwendig

„Wenn wir sagen, wir wollen auch in Zukunft bestehen, dann müssen wir auch ein gesundes Selbstbewusstsein und ein gesundes Gottvertrauen haben. Was hoch wachsen will, das muss auch tief wurzeln.“, so Brandl.

Wurzeln sind Familie, Natur, Gesellschaft der Hoffnung

Eine Voraussetzung dafür wären starke Familien und Beziehungen. „Wir müssen Wert auf die Kinder legen und ihnen so etwas mitgeben wie Urvertrauen“, sagte der Referent. Zweite Wurzel wären Natur und Natürlichkeit, denn aus einer Scheinwelt wie dem Internet könne keine Hoffnung hervorgehen. Drittens wäre eine Gesellschaft notwendig, die von der Hoffnung getragen werde. „Der Grund unserer Hoffnung kann nicht nur die Wirtschaft sein“, betonte Brandl. Vielmehr liege er darin, zu wissen, was uns zu Menschen macht, nämlich, dass jeder einen göttlichen Wesenskern in sich hat und Gott auch in dieser, unserer Zeit sagt, er geht mit uns.

Nahrung für die Wurzeln

Nahrung für die genannten Wurzeln wären die Einhaltung „heiliger Zeiten“ – Brandl: „Sie erinnern dich daran, dass du mehr bist! – die Pflege des Gebets und der Grundsatz: „Lebe und handle so, dass es auch dem anderen neben dir gut geht.“