Missionsarbeit hautnah erlebt

Eine Woche lang konnte eine 27-köpfige Gruppe aus dem Mostviertel in einer Exkursion der Volkshochschule Waidhofen/Ybbs den aus Waidhofen gebürtigen brasilianischen Bischof Dom Alfredo Schäffler bei seiner Missionsarbeit begleiten. "Dom Alfredo", wie er in Brasilien genannt wird, ist Bischof der Diözese Parnaiba, die, südlich des Äquators gelegen, größer als das Bundesland Niederösterreich ist und knapp 30 Pfarren mit etwa 500.000 Katholiken hat. Diese Region gilt als das "Armenhaus des Landes". Arbeitslosigkeit, wirtschaftliche Unterentwicklung, Elendsbehausungen, Unterernährung, Analphabetismus, Gewalt in den Familien, Drogen und Kinderprostitution, sind die Realitäten dieser Region im Nordosten Brasiliens.

Bischof Schäffler bemüht sich neben der Förderung der einheimischen Priester- und Ordensberufungen besonders für die Armen, vor allem um die Kinder und Jugendlichen, "die besonderen Lieblinge Gottes", wie er sie nennt. Schon als Pfarrer in Teresina hat er Sozialstationen gegründet, in denen die jungen Menschen Wertschätzung und Würde erfahren. Ernährung und Hygiene, Gesundheit, Bildung und soziale Integration - das sind seine zentralen Anliegen in der Betreuung der Kinder. Daneben gilt das große Augenmerk des Bischofs auch den Drogensüchtigen und den älteren Menschen. Auch hier konnten die Gäste aus der Heimat seine Projekte kennen lernen. Viele unterstützen seit Jahren das Wirken Bischof Schäfflers. Auch einige der über 100 Regenwasserzisternen zur Versorgung von Familien mit Trinkwassern, die von ihm bereits errichtet wurden, konnten die Gäste besichtigen.

Ein besonderer Höhepunkt war aber die Fahrt mit dem Bischof zur Außenstelle einer Pfarre mit 30.000 Einwohnern und einer Ausdehnung von über 200 km tief in den Busch hinein. Dort spendete Bischof ,,Dom Alfredo" auf dem Fußballplatz des Dorfes über 40 Jugendlichen und Erwachsenen das Sakrament der Firmung. Für die Einheimischen wie auch für die Gäste ein bewegendes Bild.

Als Gastgeschenk - gleichsam als Unterstützung für seine Arbeit mit den Armen - überbrachte die Gruppe auch einen namhaften Geldbetrag des Bundesgymnasiums Waidhofen/Ybbs. Bischof Schäffler bedankte sich für diese Hilfe, die für tausende Menschen ein "Zeichen der Hoffnung" sei. Der Bischof ersuchte um weitere Hilfe für seine Initiativen zur Verbesserung der Lebensqualität der Armen. Derzeit plant der Bischof ein Projekt in einer Pfarre, eine landwirtschaftliche Kooperative zur Förderung des intensiven Ackerbaus gegen die sich ständig ausweitende Landrodung. Dazu fehle aber noch die Grundausstattung: Traktor, Egge, Pflug, wies er hin.