Missionar aus Peru bei den Armen Europas

Wie kommt ein Priester aus Peru dazu, in Nürnberg als Streetworker mit Obdachlosen Fußball zu spielen? - Aus seiner Lebensgeschichte erzählte vergangene Woche Comboni-Missionar P. Juan Goicochea bei seinen Besuchen in den Pfarren Amstetten-Herz Jesu, St. Pölten-Spratzern, Zwettl-Stadt und bei der Emmausgemeinschaft St. Pölten. Der Priester war auf Einladung von Missio St. Pölten zu Gast in der Diözese. Besonders die Arbeit mit jungen Leuten - Punks, Drogenabhängigen, Obdachlosen - liegt ihm am Herzen: Pater Juan Coicochea, Ordensmann der "Comboni-Missionare", Priester und Streetworker in Nürnberg. Das Charisma seiner Gemeinschaft sieht er darin, "dorthin zu gehen, wo die Ärmsten sind und Zeichen der Hoffnung zu sein".


Vom Gefängnisseelsorger in Lima...


Dass ihn sein Weg einmal nach Europa führen würde, hatte er sich bei seinem Ordenseintritt nicht gedacht. Auch der Priesterberuf war nicht vorrangiges Ziel von Juan Coicochea gewesen. Im Gefängnis der peruanischen Hauptstadt Lima begann er seine Arbeit: Besuchte ein Jahr lang Häftlinge, unter ihnen auch welche die wegen Terrorismus saßen. Er lies sich die Haare wachsen, um darunter die Hostien ins Gefängnis schmuggeln zu können.


...zum Theologiestudenten in Innsbruck...


Zum Theologiestudium wurde der sozial Engagierte von seiner Ordensgemeinschaft nach Innsbruck geschickt, obwohl er viel lieber nach Sao Paulo oder Nairobi studieren gegangen wäre. Vor fünf Jahren empfing Juan Coicochea die Priesterweihe.


...und Streetworker in Nürnberg.


Dann kam die Einladung an der Neugründung der Gemeinschaft in Nürnberg mitzuwirken. Unter der Bedingung, dort unter den Ärmsten zu arbeiten, sagte er zu und arbeitet nun als peruanischer Missionar in Europa: unter Obdachlosen und Asylsuchenden, mit Menschen, die besonders leiden und ausgegrenzt sind.


Wichtig ist dem Missionar, Zeit für die Leute zu haben, für Gespräche da zu sein. Juan zählt auf die Zusammenarbeit mit der Caritas, den Behörden und den Krankenhäusern. In vielen Fällen zieht er Fachleute zu Rate: Psychologen und ältere Priester-Kollegen. Und dann ist es auch möglich, dass so etwas wie Gemeinschaft entsteht, etwa in der Fußballmannschaft der Obdachlosen, die er ins Leben gerufen hat...



Die Comboni-Missionare Gründer der Comboni-Missionare und Missionsschwestern ist der 1831 in Limone am Gardasee geborene Italiener Daniel Comboni. Als Bischof von Khartum (Gebiet des heutigen Sudan) war er ein Vorkämpfer für die Menschenwürde und gegen den Sklavenhandel. Heute arbeiten annähernd 4.000 Frauen und Männer der Comboni-Familie in über 40 Ländern der Erde. die deutschsprachige Provinz umfasst neun Niederlassungen in Deutschland (6), Österreich (2 - Innsbruck und Graz) und Südtirol (1).


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