Herbstwanderung
Erntedankkorb
 
 

Migrantinnen-Beratungsstelle in St. Pölten

"Unsere Bevölkerung wird bunter, vielfältiger und Vielschichtiger" stellt Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner fest. Über 100.000 Immigranten halten sich derzeit in Niederösterreich auf. Dass dies auch eine große Herausforderung darstellt, zeigt die Tatsache, dass die provisorische Migrantinnenberatungsstelle in St. Pölten im Verlauf eines Jahres über 300 mal kontaktiert wurde. Nun wurde die Migrantinnenberatung in St. Pölten offiziell vorgestellt. Sie befindet sich in der Maximilianstraße 69 und gibt Migrantinnen "individuell, anonym, kostenlos und auch in ihrer Muttersprache Auskunft und Hilfe", weist Mikl-Leitner hin. Frauen hätten oft noch große Probleme durch die Sprache und aufgrund traditioneller Familienstrukturen. So sei auch die Zwangsheirat ein Problem, das immer wieder auftrete. Eine der sechs Beraterinnen, Erbas Berna, ist selbst Türkin und kann die Situation ihrer Landsleute besser verstehen. Schließlich kommt der Hauptgruppe der Hilfe suchenden Frauen auch aus der Türkei. In anderen Fällen müssen oft Dolmetscherinnen beigezogen werden.

Im vergangenen Jahr gab es Anfragen in 16 verschiedenen Sprachen, so die Leiterin der Beratungsstelle Maria Imlinger. Voran Frauen aus dem ehemaligen Jugoslawien, aber auch Türken, Russen, Polen, Rumänen und Afrikanerinnen. Bei den Kontakten kommen sehr schnell lang tabuisierte Themen wie Sexualität und Gewalt zur Sprache, weist sie hin. Wichtig seien Beratungsstellen, die sich nur an Frauen wenden, da auch deren Probleme sehr spezifisch seien. Dennoch finde nur "ein sehr kleiner Teil der Betroffenen" den Weg zur Beratungsstelle, meint Imlinger. Ihr Altersdurchschnitt liege bei etwa 35 Jahren.