Menschliches Leben ist unantastbar

In Zusammenhang mit der Diskussion um das Venus-Med-Zentrum in der Wiener Lugner-City, in der auch Abtreibungen durchgeführt werden, hat Bischof DDr. Klaus Küng in der jüngsten Ausgabe der St. Pöltner Kirchenzeitung "Kirche bunt" vom kommenden Sonntag unmissverständlich klar gestellt, dass "menschliches Leben von seiner Zeugung an bis zum natürlichen Tod" unantastbar ist und "kein Mensch über das eigene Leben oder das anderer eigenmächtig verfügen darf".
Die Kirche biete aber jeder Frau in Not ihre Hilfe an.

Stellungnahme im Wortlaut:

"Es ist sehr traurig, dass in einem Einkaufszentrum wie in der Lugner-City eine Sexual-Ambulanz eingerichtet wurde, in der auch Abtreibungen vorgenommen werden. Die Menschen scheinen immer mehr aus den Augen zu verlieren, welches der Wert, die Würde und der Sinn des menschlichen Lebens ist. Menschliches Leben ist von seiner Zeugung an bis zum natürlichen Tod unantastbar. Kein Mensch darf über das eigene Leben oder das anderer eigenmächtig verfügen. "Mit jedem menschlichen Leben, das entsteht, verbindet sich ein Vorhaben Gottes", sagte gerne Papst Johannes Paul II.

Ich bin froh über die verschiedenen Proteste anlässlich der Eröffnung der Abtreibungspraxis in der Lugner-City. Froh bin ich auch über die Diskussion, die das ausgelöst hat. Abtreibung ist ein schweres Vergehen. Es fehlt uns an Kindern. Zugleich muss betont werden: Jede Frau in Not soll wissen, dass ihr seitens der Kirche Hilfe angeboten wird. Ich habe manchmal gesagt und wiederhole es: "Eine Frau, die sich in Not befindet und an Abtreibung denkt, kann mir ihr Kind bringen. Es wird sich ein Weg finden bzw. eine Familie, die es aufzieht."

Außerdem möchte ich daran erinnern: Wenn die Kirche jene, die eine Abtreibung durchführen oder Mittäter sind, ohne die es nicht zu dieser Abtreibung käme, mit Exkommunikation belegt, so will sie damit zum Ausdruck bringen, wie schwerwiegend dieses vergehen ist. Gleichzeitig muss bewusst sein, dass eine solche Exkommunikation, die den Empfang der Sakramente und die Übernahme von kirchlichen Ämtern untersagt, sofort aufgehoben wird, sobald die begangene Tat bereut und für sie um Vergebung gebeten wird. Die Kirche vermittelt auch Heilung."