Mariolog. Kongress in Salzburg: Maria und die Neuevangelisierung (im Wortlaut)

Vortrag von Bischof Klaus Küng am 6. Oktober 2006 beim Mariologischen Kongress in Salzburg Zum besseren Verständnis der Entwicklungen in der Kirche (sowohl der negativen als auch der positiven) und des Zusammenhangs mit der Verehrung Marias scheinen mir ein paar kurze theologische Erwägungen angebracht. Trotz der Gefahr, vielleicht manches zu wiederholen, was bereits Prof. Körner erklärt hat.

Im Schlusskapitel der Enzyklika Redemptoris Mater Papst Johannes Pauls II. steht das Gebet, das die Kirche häufig am Ende Ihres täglichen Stundengebetes verwendet: "Erhabene Mutter des Erlösers, du allzeit offene Pforte des Himmels und Stern des Meeres, komm, hilf deinem Volk, das sich müht, vom Falle aufzustehen. Du hast geboren, der Natur zum Staunen, deinen heiligen Schöpfer".

Dieses Gebet bringt wunderschön zum Ausdruck, dass Maria gewöhnlich immer dabei ist, wenn es beim Einzelnen, in der ganzen Kirche oder in Teilen der Kirche um das Bemühen geht, den rechten Weg zu erkennen; wenn es notwendig ist umzukehren, weil man sich verirrt hat, oder auszuharren, wenn der Weg schwierig, mühsam wird.

In ihr geschah der Anfang " der großen Wende" in der Menschheitsgeschichte. Sie ist das Vorbild der ganzen Kirche und jedes einzelnen Christen, denn in der Suche nach der Wahrheit des Lebens, im Verlangen nach Verwirklichung des Lebenszieles. Bei jedem Menschen geht es immer darum, Christus, den Mensch gewordenen Sohn Gottes, zu entdecken, ihn aufzunehmen, ihn im Herzen zu tragen und zur Welt zu bringen, nicht genauso wie das bei Maria geschah, wohl aber im Sinne eines ähnlichen Vorganges und eines Nachvollzuges, wobei die Grundlage ER ist, der gleiche Mensch gewordene Gottessohn, den sie empfangen hat, überschattet vom Heiligen Geist, von dem wir bekennen: "Geboren von der Jungfrau Maria". Mit ihm eins zu werden, das ist der Weg, der uns zum Vater führt. Er ist unser Herr und Meister: sein Wort ist Wahrheit. Er ist unser Erlöser, der uns aus der Enge unseres Egoismus heraus hilft. Er ist die Kraft, die uns stark macht, so dass wir aufstehen können, wenn wir niedergefallen sind.

Maria ist nicht nur Vorbild im üblichen Sinn des Wortes. Das hängt damit zusammen, dass sie IHN zuerst empfangen und zur Welt gebracht hat. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die Kirche IHN empfangen und zur Welt bringen kann und dass er durch ihre Wirksamkeit in uns geboren wird. Das Konzil hat gelehrt, dass die Kirche selber Mutter wird "durch die gläubige Annahme des Wortes Gottes" (lg 64). Die Kirche wird Mutter, wenn sie, indem sie in Treue das Wort Gottes aufnimmt, "durch Predigt und Taufe die vom Heiligen Geist empfangenen und aus Gott geborenen Kinder zum neuen und unsterblichen Leben gebiert" (lg 64).

Die Kirche lernt sozusagen von Maria auch ihre eigene Mutterschaft. Zu ihr gehört auch, dass Maria im geheimnisvollen Geschehen der Menschwerdung und der Erlösung mitgewirkt hat: durch ihr freiwilliges Jawort, als sie den Heilsplan Gottes, den Plan Gottes mit ihr, erfasste, aber auch später war ihr Jawort, ihr Mittun, ihre Bereitschaft, ihr Fiat in vielfältigster Weise gefordert. Der Gipfelpunkt war am Fuße des Kreuzes. Und so ist sie, die Mutter Jesu Christi, zur Mutter aller Christen, aller Menschen geworden und am Wirken der Gnade auch in der Gegenwart bis ans Ende der Zeiten beteiligt.

Für die Kirche gilt etwas Ähnliches: Auch sie ist am kommenden Wirken Jesu beteiligt, indem sie den Glauben bewahrt, die Menschen zu Christus führt und auch unter Schwierigkeiten ihren Dienst der Geburt und der Erziehung ihrer Kinder wahrnimmt. Der hl. Paulus hat es zum Ausdruck gebracht, als er den Galatern schrieb: "Meine Kinder, für die ich von neuem Geburtswehen erleide, bis Christus in euch Gestalt annimmt" (Gal. 4,19).

Besonders deutlich kommt die Mutterschaft der Kirche in der Eucharistie zum Ausdruck, in der Christus mit seinem wahren, aus der Jungfrau Maria geborenen Leib gegenwärtig wird. In der Enzyklika Redemptoris Mater schreibt Papst Johannes Paul II.: "Zu Recht hat das christliche Volk in seiner Frömmigkeit immer eine tiefe Verbindung zwischen der Verehrung der hl. Jungfrau und dem Kult der Eucharistie gesehen. Maria führt die Gläubigen zur Eucharistie" (44).

Sehr wichtig scheint mir auch, was Papst Johannes Paul II. in der gleichen Enzyklika bezüglich der Merkmale wahrer Mutterschaft darlegt. Er sagt, dass es zur Natur der Mutterschaft gehört, dass sie sich auf eine Person bezieht. Wörtlich meinte er in diesem Schreiben: "Sie wird immer zu einer einzigartigen und unwiederholbaren Beziehung von zwei Personen: der Mutter zum Kind und des Kindes zur Mutter. Auch wenn eine Frau Mutter von vielen Kindern ist, kennzeichnet ihre persönliche Beziehung zu jedem Einzelnen von ihnen wesentlich ihre Mutterschaft. Jedes Kind ist nämlich auf eine einmalige und unwiederholbare Weise gezeugt worden, und das gilt sowohl für die Mutter als auch für das Kind. Jedes Kind wird auf die nämliche Weise von jener mütterlichen Liebe umgeben, auf der seine menschliche Erziehung und Reifung gründen" (45).

Papst Johannes Paul II. leitet daraus ab, dass "die Mutterschaft in der Ordnung der Gnade" eine Ähnlichkeit aufweist mit dem, was "in der Ordnung der Natur" die Verbindung der Mutter mit ihrem Kind kennzeichnet. Er sagt: "in diesem Licht wird es verständlicher, dass im Testament Christi auf Golgotha die neue Mutterschaft seiner Mutter in der Einzahl, mit Bezug auf einen Menschen, ausgedrückt worden ist: "siehe, dein Sohn" (45). Das ist die marianische Dimension im Leben der Jünger Chirsti. Am Fuße des Kreuzes empfangen alle, die Christus nachfolgen, Maria als Mutter. Und wer Jesus wirklich nachfolgt, lernt Maria zu sich nehmen, wie es von Johannes berichtet wird: "von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich" (Joh. 19,27). Hervorzuheben ist schließlich, dass die innerste Beziehung eines Kindes zu seiner Mutter "Vertrauen" heißt. "Vertrauen ist die Antwort auf die Liebe einer Person und im Besonderen auf die Liebe der Mutter" (45), sagt Papst Johannes Paul II.

Aus all diesen Darlegungen ergibt sich eine enge Beziehung zwischen Christus und Maria, Kirche und Maria, zwischen jenen, die an Christus glauben und ihm nachfolgen, und der Kirche, aber auch mit Maria.

Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte

Nach dem Konzil kam es durch ein oft einseitiges Verständnis der Konzilstexte zunächst zu einem Einbruch in der Marienverehrung, zugleich auch zum Rückgang der eucharistischen Anbetung zugunsten der Eucharistiefeiern. In die gleiche Zeit fällt auch das Auftreten eines Dissenses insbesondere in bestimmten Punkten der lehramtlichen Verkündigung, was zu einer distanzierten Haltung Rom gegenüber führte. Zu diesem "Krankheitsbild" der Kirche gehört weiters der starke Rückgang im Empfang des Bußsakramentes und das Absinken der inneren Spannkraft bei vielen Christen.

In der gleichen Zeit sind aber Erneuerungsbewegungen (auch im weiten Sinn des Wortes) entstanden, die auch heute gute Früchte hervorbringen (christliche Familien und geistliche Berufe). Die äußeren Erscheinungsformen dieser Erneuerungsbewegungen sind teilweise sehr unterschiedlich, trotzdem lassen sich einige Merkmale erkennen, die allen gemein sind: Ein neuer Trend zum Gebet, insbesondere zur eucharistischen Anbetung. Christus ist im Zentrum Eine Wiederentdeckung Mariens, meist auch konkret des Rosenkranzgebetes; das Bußsakrament wird von neuem geschätzt, zunächst punktuell in Anspruch genommen, dann regelmäßig, weil es nötig ist. Es erwacht der Wunsch kennen zu lernen, was die Kirche lehrt. Das Prinzip "Katechese" wird als notwendig erkannt, weil "fides ex auditu", der Glaube aus dem Zuhören entsteht. Mit alldem verbunden ist ein persönliches und gemeinsames Streben nach Veränderung, Verbesserung, Vertiefung bzw. ist zumindest das Verlangen danach erkennbar. Es entstehen christliche Familien, die Kinder bejahen, meist mehrere, geistliche Berufe gehen hervor. Charakteristisch ist eine Atmosphäre der Freude und des Vertrauens und der Liebe zur Kirche und zu Maria.

Die Rolle Mariens

Der Beziehung zu Maria kommt dabei - im Entstehen, in der Reifung, in der Bewährung der christlichen Gesinnung - eine besondere Bedeutung zu, wobei zu bedenken ist, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte hat, manchmal auch besondere Blockaden und Schwierigkeiten, zB weil bestimmte Erlebnisse und Erfahrungen, Vertrauen schwer machen.

In der Suche nach Erkenntnis, Einsicht

Maria ist Vorbild, allerdings ein ganz besonderes: Sie ist Mutter des Sohnes und zugleich seine beste Jüngerin, dh. sie weist, wenn sie im Beten gesucht wird, immer auf Jesus hin. Sie wird immer zur Antwort geben: "was er euch sagt, das tut". Sie steht als Mutter des Sohnes in einer besonderen Beziehung zu Gott: sie wird auch als "Tochter des Vaters" und als "Braut des Heiligen Geistes" bezeichnet. Sie erweist sich daher sehr oft als "Hilfe der Christen" bei der Suche nach Erkenntnis, nach Einsicht, nach dem rechten Weg.

Lehrmeisterin des Gebetes

In unserer Zeit wird einerseits der Rosenkranz als einfaches, meditatives, zu den Geheimnissen Jesu und Mariens sowie zu den Geheimnissen im eigenen Leben hinführendes Gebet von neuem entdeckt. Es ist ein interessantes Phänomen wie sehr die sich wiederholenden, einfachen Taizélieder gerade bei der Jugend beliebt sind. Auch Litaneien unterschiedlichster Art werden in letzter Zeit (nach jahrelangem Beiseitelassen) wieder gerne gebetet. Beides - Taizélieder und Litaneien - ist "nahe" beim Rosenkranz. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass wir Menschen heute durch den Lebensrhythmus, die vielseitigen Reize, die auf uns einwirken, durch Leistungsdruck psychisch und physisch sehr angespannt sind. Da braucht es Vorgänge der Entschleunigung, der Sammlung, der Wiederholung, die beruhigend wirkt, und doch regelmäßige Impulse vermittelt, die zum Wesentlichen, zum Göttlichen hinführen.

In den gleichen Zusammenhang gehört die neue Blüte der Wallfahrten, insbesondere der Fußwallfahrt. Dies ist wohl ein weiteres Merkmal unserer Zeit.

Die Menschen suchen in ihrem Nachdenken, in ihren Nöten, Problemen nach Wegen und Orten, die ihnen helfen, zu sich, zu Gott zu kommen. Maria ist dabei häufig eine eindeutig bevorzugte Anlaufstelle.

Bemerkenswert scheint mir die Erfahrung Peguys, der in einer Phase seines Lebens unter einer tiefen Depression gelitten hat und wie er selber beschreibt, nicht mehr zu beten imstande war. Die Hinwendung zur Mutter Maria war für ihn der Zugang. Er begründet es damit, dass es für uns gerade in einer solchen Situation vermutlich leichter fällt, uns der Mutter zuzuwenden.

Die Schmerzensmutter

Damit steht wohl auch die besondere Anziehungskraft der Darstellungen Mariens als Mutter Jesu und insbesondere als Schmerzensmutter im Zusammenhang.

Es gibt oft Probleme, vor denen wir Ohnmacht spüren, weil wir sie nicht lösen können. Oft gibt es keine rasche Lösung. Es kann auch sein, dass wir im Leid, bei Enttäuschung, Traurigkeit nicht mehr objektiv sind und daher nur die Ungerechtigkeit der anderen sehen, nicht aber den eigenen Anteil, der vielleicht auch zu der Fehlentwicklung geführt hat.

Eine zeitlang durfte ich eine Frau begleiten, die in einer schwierigen Ehe lebte. In regelmäßigen Abständen kam es zu Zerwürfnissen, die sie völlig aus dem Sattel warfen. Sie war dann manchmal so unglücklich und verzweifelt, dass sie sich am liebsten das Leben genommen hätte. Im Laufe der Jahre aber lernte sie den schmerzhaften Rosenkranz beten, sobald sie einigermaßen zu denken anfing. Und dies hatte meist zur Folge, dass sie bald wieder zu sich kam. Sie suchte dann den Priester auf und brachte jene Dinge zum Ausdruck, die vielleicht ihrerseits Anteil an der Krise waren. Und so fand sie neuen Mut und den Weg zu einem neuen Anfang.

Maria, ist Mutter des Trostes

Es entspricht der Erfahrung Unzähliger: Wer betet, findet nach und nach den Weg zur Umkehr, zu neuem Mut, zu neuem Anfang.

Schon die alten Kirchenväter lehrten, dass Maria für die Jünger die Brücke zwischen Tod und Auferstehung Jesu war. Dadurch, dass sie aufrecht unter dem Kreuz stand, in ihrem furchtbaren Leid stark, fest war, blieben auch die Jünger treu, auch wenn sie seine Kreuzigung nur aus der Ferne verfolgten.

Die Erfahrungen vieler Heiliger könnten hier angeführt werden. Ich will mich auf Bernhard von Clairvaux beschränken, der in seiner berühmten Predigt über Maria Namen ausrief: "In Gefahren, in Ängsten, in Zweifel - denk an Maria, ruf zu Maria! Ihr Name weiche nicht aus deinem Munde, weiche nicht aus deinem Herzen! Damit du aber ihre Hilfe und Fürbitte erlangst, vergiss nicht das Vorbild ihres Wandels! Folge ihr, und du wirst nicht vom Wege weichen. Bitte sie und niemals bist du hoffnungslos. Denk an sie, dann irrst du nicht. Hält sie dich fest, wirst du nicht fallen. Schützt sie dich, dann fürchte nichts. Führt sie dich, wirst du nicht müde. Ist sie dir gnädig, dann kommst du ans Ziel und wirst du selbst erfahren, wie richtig es heißt: Und der Name der Jungfrau war Maria - Stern des Meeres."

Und gerne zitiere ich den Heiligen Josef Maria Escrivá, den Verfasser des Weges:"Man geht zu Jesus und man kehrt zu ihm zurück immer durch Maria" (Der Weg 495).

Maria und das Apostolat

Besondere Bedeutung hat Maria im Apostolat, in der Bemühung um die anderen. Frank Duff ist da wohl eines der hervorragendsten Beispiele eines Apostels, der im Vertrauen auf die Fürsprache Mariens auch sehr schwierige seelsorgliche Anliegen in Angriff genommen und verwirklicht hat. Seine Liebe zu Maria und sein Mut sind erfrischend.

Maria ist die große Hilfe der Apostel:

Eine Grundlage, um Mut zu fassen. Wer mit Christus verbunden lebt, darf die Worte, die der Engel an Maria gerichtet hat, mit hören: "Fürchte dich nicht". "Der Herr ist mit dir."

Das Gebet zu Maria führt zum Bewusstsein der Gotteskindschaft. Den gleichen Christus, den sie empfangen und zur Welt gebracht hat, können wir empfangen. Sein Wort ist es, das wirkt, seine Gnade ist es, die verändert. Das ist die tiefste Begründung für die Sendung eines Christen, die Grundlage der Zuversicht in allen apostolischen Unternehmungen. "Wenn Gott für uns ist wer ist dann gegen uns (Vgl. Röm)"

Im apostolischen Bemühen dreht es sich nicht darum, dass wir andere für uns gewinnen sollen oder dass wir es besser wissen. Wir sind nur Werkzeuge, leihen Christus unsere Stimme. Er ist es, der sie anspricht, der ihnen beisteht, der sie voranführt. Das Gebet zu Maria bestärkt uns in diesem "Wissen", dass er es ist, der wirkt. Dieses Gebet zu Maria beruhigt uns, hilft uns, um in der rechten Gesinnung tätig zu sein.

Der Umgang mit Maria hilft uns, in die geistige Mutter- bzw. Vaterschaft der Kirche hineinzuwachsen, erweckt das Verlangen, dass Christus in den Menschen, denen wir begegnen, mit denen wir zu tun haben, geboren wird, sodass sie den Weg zur Freude, zum Frieden finden, Heilung erfahren, zuversichtlich werden und ihr Leben gut nützen.

Der Umgang mit Maria hilft uns auszuharren, wenn es schwierig wird. Der Umgang mit ihr macht uns opferbereit, sodass wir tatsächlich mit Jesus verbunden werden, weil wir ihm aus der Nähe folgen, dh, dem Kreuz nicht aus dem Weg gehen. Das aber ist die Grundlage der Fruchtbarkeit und die Art wie wir tiefer mit ihm eins werden.

Die Andacht zu Maria ist Ausdruck unserer Demut, die für jede apostolische Fruchtbarkeit Voraussetzung ist. "Gott widersteht den Stolzen, den Demütigen schenkt er seine Gnade" (Jak 4,6).

Die Fürsprache Mariens

Die Andacht zu Maria vermittelt uns ihre Fürsprache für uns und für die anderen. Sie ist "die fürsprechende Allmacht". Sie kann bewirken, dass die Stunde reif wird, auch wenn er sagt: "Meine Stunde ist noch nicht gekommen". Sie kann erreichen, dass er Wasser in Wein verwandelt, dass unsere Bemühungen fruchtbar werden.

Zusammenfassend:

Der Verehrung Mariens kommt für das Werk der Neuevangelisierung, dh für das Werk der Verkündigung in ursprünglich christlichen, heutzutage ins Neuheidnische zurückfallenden Ländern eine große Bedeutung zu. Sie ist ein Gütesiegel apostolischer, seelsorglicher Anstrengungen. Wenn es fehlt, ist das Anlass zum Zweifel, ob das wohl Frucht bringt; wenn es vorhanden ist, darf man dagegen zuversichtlich sein, auch deshalb, weil echte Marienverehrung immer zur Begründung und Verankerung in Christus und zur Nachfolge führt.