Maria und die Neuevangelisierung

Der Verehrung Mariens kommt für die Neuevangelisierung in ursprünglich christlichen und heute ins Neuheidnische zurückfallenden Ländern eine große Bedeutung zu. So Bischof DDr. Klaus Küng beim Mariologischen Kongress der Legio Mariens am 6. Oktober in Salzburg. Die Verehrung Mariens sei "ein Gütesiegel apostolischer, seelsorglicher Anstrengungen", sagte der Bischof. Echte Marienverehrung führe immer zur Begründung und Verankerung in Christus und zu seiner Nachfolge.
Nach dem Konzil habe es durch ein "oft einseitiges Verständnis der Konzilstexte" einen Einbruch in der Marienverehrung sowie einen Rückgang der eucharistischen Anbetung gegeben, erklärte Bischof Küng. In der gleichen Zeit seien auch Erneuerungsbewegungen entstanden, die sich bis heute auswirken. Als "gemeinsame Merkmale" nannte der Bischof einen neuen Trend zum Gebet, vor allem zur eucharistischen Anbetung, eine Wiederentdeckung Mariens und des Rosenkranzgebetes sowie eine neue Hinwendung zum Bußsakrament, aber auch eine Wiederentdeckung des Prinzips "Katechese". Damit verbunden sei ein "persönliches und gemeinsames Streben nach Veränderung, Verbesserung und Vertiefung", wies er hin. Charakteristisch dafür sei eine "Atmosphäre der Freude und des Vertrauens und der Liebe zur Kirche und zu Maria".
Der Beziehung zu Maria komme im Entstehen, in der Reifung und Bewährung der christlichen Gesinnung eine besondere Bedeutung zu. Sie erweise sich sehr oft als "Hilfe der Christen" bei der Suche nach Erkenntnis, Einsicht und dem rechten Weg, sagte der Bischof. Auch der Rosenkranz werde als einfaches, meditatives Gebet neu entdeckt. Bischof Küng meint dazu, dass der heutige Mensch durch den Lebensrhythmus, die vielen Reize und durch Leistungsdruck psychisch und physisch angespannt sei. "Da braucht es Vorgänge der Entschleunigung und der Sammlung, die beruhigend wirken und doch Impulse vermitteln, die zum Wesentlichen, zum Göttlichen hinführen".
Zu diesen Trends gehöre auch die neue Blüte der Walfahrten, insbesondere der Fußwallfahrten. "Die Menschen suchen in ihrem Nachdenken, in ihren Nöten, Problemen Nach Wegen und Orten, die ihnen helfen, zu sich, zu Gott zu kommen. Maria ist dabei häufig eine eindeutig bevorzugte Anlaufstelle", unterstrich Bischof Küng in seinen Ausführungen.

Vortrag im Wortlaut