Mannsein und Spiritualität

Auf gemeinsame Initiative der KMB und dem Seminaranbieter "Feuersalamander" kommt Franziskanerpater Richard Rohr kommendes Wochenende nach Niederösterreich. Der "Visionär der Männerarbeit" wird bei einem zweitägigen Workshop auf Burg Plankenstein und einen Vortrag im VAZ St. Pölten zu hören sein. Von 10. bis 12. September findet auf Burg Plankenstein unter dem Titel "Vom wilden Mann zum weisen Mann" ein Männerseminar mit Richard Rohr statt.


Mit den zentralen Fragen seiner Arbeit bzw. seinem aktuellen Buch "Adams Rückkehr - Die fünf Verheißungen männlicher Initiation" wird sich der Franziskanerpater bei einem Vortrag am Montag, dem 13. September um 20.00 Uhr im VAZ St. Pölten beschäftigen.


Nähere Informationen zu den Veranstaltungen bei der Katholischen Männerbewegung der Diözese St. Pölten, Tel. 02742/398-340 oder unter www.feuersalamander.at.


Der 1943 geborene Priester Richard Rohr lebt als Einsiedler bei einer Franziskanischen Gemeinschaft in Albuquerque/USA. Er ist in der Pfarr- und Gefängnisseelsorge tätig, hält weltweit Seminare und Vorträge und wurde v.a. als Autor von Büchern wie "Wer loslässt wird gehalten", "Der Wilde Mann", "Masken des Maskulinen" oder "Das Enneagramm" bekannt.


"Wirtschaft und Medien bestimmen männliches Denken"


"Immer stärker wird männliches Denken und Verhalten von zwei Institutionen mitbestimmt: Der Welt der Wirtschaft und der Welt der Medien. Die dort dominierende Oberflächlichkeit behindert Männer, sich mit ihren Innenwelten, mit Spiritualität auseinanderzusetzen. Dies wirkt sich auch in einer einfalls- und kraftlosen Politik und Art der Religionsausübung aus ", analysiert Richard Rohr.


"Männerwelt in Schwarz-Weiß-Mustern"


Aus Sicht des Franziskanerpaters neigen viele Männer dazu, die Welt in Schwarz-Weiß-Mustern zu sehen bzw. bei der Religion auf Fundamentalismus statt Offenheit zu setzen.
"Die Kirche versucht Männer zu missionieren, anstatt sie zu begleiten und zu stärken", sagt Rohr. Es werde versucht, eine Abhängigkeit zu erzeugen, anstatt eine neue Freiheit in Jesus Christus. Solange der durchschnittliche Mann jedoch nicht spirituell reife, werde sich keines unserer gegenwärtigen Probleme in Gesellschaft und Kirche verändern.