Männerseelsorge am Prüfstand

Die spezielle Seelsorge für Männer soll helfen, den Bogen vom natürlichen Leben, das zwischen Gut und Böse besteht, zur "Fülle des Lebens" in jesus Christus hinzuführen. Dies betonte Bischofssekretär Dr. Bernhard Augustin bei der diesjährigen Frühjahrskonferenz der Kath. Männerbewegung (KMB) der Diözese am 27. Jänner im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten. Über 80 Dekanats- und Pfarrobmänner der KMB aus der Diözese waren gekommen. Ziel der Männerpastoral sei es, dass Männer zur "Fülle des menschlichen Lebens in Christus" gelangen, darin glücklich werden und "wie ein Sauerteig" mitten in der Gesellschaft wirken, sagte Augustin. Dabei sei es heute besonders wichtig, selbst Beispiel eines christlichen Lebens zu geben. So komme auch dem Verhalten des Vaters in der Erziehung eine bedeutende Rolle zu. Väter, die ihren Glauben praktizieren und sich in der Öffentlichkeit engagieren, hinterlassen in den Kindern positive Spuren, in die diese dann selbst treten, erklärte Augustin. Insgesamt, so der Referent, gehe es bei der Pastoral an Männern um das Wachsen "an Starkmut, Geduld, Großherzigkeit und Gelassenheit".

Über die Männerpastoral in Deutschland informierte der Augsburger Diakon Gerhard Kahl. Männer seien eingeladen, ihren Weg in der Gemeinschaft der Kirche zu gehen und ihre Suche nach Identität und gelingendem Leben immer wieder am Evangelium auszurichten, sagte er. Die Seelsorge mit Männern müsse versuchen, sie auf der Suche nach einem gelingendem Leben zu unterstützen, zu einem partnerschaftlichen Lebensstil zu befähigen, sich um allein lebende und allein erziehende Männer zu sorgen, bei Veränderungen gesellschaftlicher Rahmenbedingungen mitzuwirken, eine echte Spiritualität zu leben und die Männer in Krisen- und Umbruchzeiten zu begleiten. Dabei seien auch, so Kahl, Gemeinschaftserfahrungen für Männer im Raum der Kirche zu schaffen, bewährte Formen zu aktivieren und neue zu entdecken.

Der geistliche Assistent der Kath. Männerbewegung Österreichs, Markus Bucher gab einen Überblick über die verschiedenen Angebote in den Diözesen Österreichs, wobei er besonders den Gebetsfalter und den Männerkreuzweg aus der Diözese St. Pölten hervorhob.