Licht, das uns erschien

Der niederösterreichischen Künstlers Vinzenz Schreiner zeigt erstmals eine Ausstellung mit Weihnachtskrippen und sakraler Kunst im Foyer des NÖ Landhauses in St. Pölten. Neben Skulpturen und Reliefs in Ton und Holz sind auch einige Skizzen und Entwürfe zu sehen.
Die Ausstellung ist bis 5. Jänner von Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr und an Samstagen von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Besichtigung auch an Sonn- und Feiertagen möglich (neben dem Eingang von Haus 1 bei Portier läuten). Die Krippenausstellung ist im NÖ Landhaus die 6. ihrer Art und wurde am 5. Dezember durch Dr. Franz Groiss von der Abteilung Kultur und Wissenschaft, Volkskundliche Sammlungen, Propst Mag. Maximilian Fürnsinn vom Stift Herzogenburg und dem Landtagsabgeordneten Dr. Martin Michalitsch eröffnet.
Es seien gerade die zwei Grundstoffe Ton und Holz, die den Darstellungen von Vinzenz Schreiner ihre Ausdruckskraft verleihen, wies Groiss hin und der Abgeordnete Michalitsch ergänzte: diese Ausstellung fordert den Betrachter heraus. Sie führt hin zum Wesentlichen.
Immer wieder fühlen sich Menschen von Krippen angezogen, erklärt Propst Fürnsinn. Von der Krippe falle ein mildes Licht auf den Menschen, das berührt. Es sei schlicht und barmherzig, es sei ein solidarisches Licht, das den Menschen Heimat gebe und es sei ein hoffnungsvolles Licht, das am Nullpunkt der Geschichte einen neuen Anfang setzte.

Vinzenz Schreiner, 1938 in Wien geboren, bezeichnet sich als Autodidakt und will sich von keiner Kunstrichtung vereinnahmen lassen. Er war vorerst Lehrer für Bildnerische Erziehung, Deutsch und Leibesübungen. Seit 1975 beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Krippe, die er vor allem aus Ton formte. Erst später widmete er sich dem Material Holz. Von 1979 bis 1994 nahm er auch an den Sommerkursen für Schnitzen in Elbigenalp in Tirol teil.

Für Schreiner ist die Krippe in das gesamte Heilsgeschehen eingebettet. "Bei der Krippe finde ich Liebe und Geborgenheit", verweist er auf seine Kindheitserinnerungen. "Krippe und Kreuz gehören zusammen", sagt er. "Bei der Verkündigung hat Maria ihr Ja gesprochen. Zu Weihnachten hat sie uns ihr Kind geschenkt. Am Karfreitag wurde offenbar, was alles in diesem Ja eingeschlossen ist".
Schreiner hat seine Werke bisher in 40 Ausstellungen gezeigt, so im Wiener Dom- und Diözesanmuseum, im Carolino Augusteum in Salzburg, in Oberösterreich sowie in Tschechien, Ungarn und Deutschland.