Lebenschancen für Behinderte

Für Lebenschancen für Behinderte hat sich Bischof DDr. Klaus Küng in seiner Osterpredigt am 23. März im Dom zu St. Pölten ausgesprochen. Jedes menschliche Leben sei wertvoll "und jeder Tag, jede Stunde des Lebens haben ihre Bedeutung auch dann, wenn es uns nicht gut geht". Die Auferstehung Jesu sei Garant dafür, unterstrich der Bischof.

Predigt im Wortlaut Scharf wandte sich Bischof Küng in seiner Osterpredigt gegen die Beurteilung des Lebens nach sogenannten "Lebensqualitäten". Nicht wenige seien heute der Meinung, ein behindertes Kind könne Eltern "nicht zugemutet" werden und auch ein Kind müsse "vor einem Leben mit Behinderung bewahrt" werden, bedauerte der Bischof. Das Leben werde vielfach "nur dann als lebenswert betrachtet, wenn es bestimmten Vorstellungen entspricht", kritisierte der Bischof und sprach sich gegen das jüngst gefällte Urteil des Höchstgerichtes aus, aufgrund dessen ein Arzt "zum Schadenersatz" verurteilt wurde, weil er eine Behinderung "nicht rechtzeitig bemerkt und darauf hingewiesen hat". Dadurch sei dieses Kind nicht abgetrieben worden.
"Es ist traurig, dass so etwas möglich ist", beklagte der Bischof und erklärte, dass dies "die Folge einer verkürzten Sicht von Leben" sei. Bischof Küng ortet hinter dieser Entwicklung bereits eine Entwicklung zur Euthanasie, wie es sie in anderen Ländern bereits gebe. "Die Logik, die dazu führt, ist dieselbe wie beim Lebensbeginn", sagte er in seiner Predigt. Wachsamkeit sei angebracht, "damit nicht fatale Denkweisen überhand nehmen", unterstrich der Bischof. Der Glaube aber betone, dass jedes menschliche Leben wertvoll sei, sagte der Bischof.

Die Predigt im Wortlaut