Leben retten: Nur 1 Euro pro Tag!

"Seit Jahresbeginn sind die Preise für Grundnahrungsmittel und die Lebenserhaltung weltweit unverhältnismäßig gestiegen", erklärte der Caritas-Direktor der Diözese St. Pölten, Mag. Friedrich Schuhböck, bei der Pressekonferenz zur Caritas-Augustsammlung 2008. "Für Menschen, die schon vorher am Limit gelebt haben, ist unsere Hilfe eine Frage von Leben und Tod." Schwerpunke der Projekthilfe, die aus der Augustsammlung finanziert werden, sind heuer Nothilfe für das von Dürre geplagte Kenia und der Aufbau von "Getreidebanken" im Senegal. Die Pressekonferenz fand im Lagerhaus von St. Pölten statt, wo gerade die heurige Getreideernte eingebracht wird.

"Für nur einen Euro pro Tag können Sie ein Leben retten." Dieses "Angebot" macht die Caritas im Rahmen der heurigen Augustsammlung in der Hoffnung, dass durch die Spenden möglichst vielen notleidenden Menschen das Überleben gesichert werden kann und sich neue Lebenschancen auftun. "In Afrika südlich der Sahara hat fast jeder zweite Mensch nicht einmal einen Euro am Tag", betonte Schuhböck. Die sei "viel zu wenig zum Leben und oft nicht einmal genug zum Überleben." Wer kein ausreichendes Einkommen habe, könne seine Familie nicht mehr ernähren. Bildung und Gesundheitsvorsorge seien in dieser Situation überhaupt völlig unfinanzierbar.

Jeder Hungernde ist zu viel

"Es geht um Leben und Tod - das ist die ganz konkrete Realität." Mit diesen Worten beschrieb Lukas Steinwendtner, Auslandshilfeleiter der Caritas St. Pölten, die dramatische Situation in zahlreichen Ländern des Südens. Durch die Lebensmittelkrise gebe es seit Jahresbeginn um 150 Millionen mehr vom Hunger bedrohte Menschen, so Steinwendtner. "Derzeit hungern weltweit rund 1 Milliarde Menschen." Doch gehe es hier nicht um die hohe Zahl, sondern um jeden einzelnen, wie Steinwendtner betonte: "Jeder Hungernde ist zu viel." Durch die enormen Preissteigerungen seien auch die Hilfsorganisationen in einem "doppelten Dilemma", wie der "Hungerexperte" der Caritas erklärte: "Einerseits müssen wir immer mehr Menschen helfen, andererseits wird diese Hilfe immer teurer." Deswegen hofft Steinwendtner auf ein hohes Spendenaufkommen.

Landwirtschaftliche Genossenschaften im Senegal

Die Caritas Auslandshilfe unterstützt in den ärmsten Ländern Menschen in konkreten Armutssituationen mit über 500 Projekten. Schwerpunktländer der diesjährigen Augustsammlung sind Kenia und der Senegal. Die Diözese Tambacounda im Senegal ist schon ein langjähriger Partner der Caritas der Diözese St. Pölten.

Im Senegal sind die Lebensbedingungen der überwiegend ländlichen Bevölkerung eng mit der Getreideproduktion verknüpft, wie Dr. Constance Mbaye, Caritas-Mitarbeiterin im Senegal, berichtete. Weil Lagermöglichkeiten fehlen, sind die Bauern nach der Ernte gezwungen, den Großteil des Getreides rasch zu Schleuderpreisen zu verkaufen. In Notzeiten wiederum müssen sie für das benötigte Saatgut Wucherpreise bezahlen - mit Geld, das sie nicht haben. Diese Situation vergrößert die Armut und reduziert den Zugang der Bauern zu Nahrung, Gesundheitseinrichtungen und Bildung. Gemeinsam mit der Caritas bilden die Bauern Genossenschaften ("Getreidebanken"), um mit den Großhändlern bessere Preise verhandeln zu können. Neue Lager ermöglichen eine längere Haltbarkeit des Getreides. "Dadurch müssen die Bauern nicht mehr zu Niedrigstpreisen verkaufen und können in Zeiten der Nahrungsmittelknappheit auf eigene Reserven zurückgreifen", so Mbaye.

Getreidesack als Symbol

Die Augustsammlung wird heuer bereits zum 36. Mal von Caritas und Katholischer Männerbewegung durchgeführt. Sie ist eine der wichtigsten österreichweiten Spenden-Kampagnen für die Armutsregionen der Welt und insbesondere für Afrika. Da die August-Kampagne vom ORF, durch die kostenlose Schaltung von Werbespots, und von vielen anderen Medien und Unternehmen unterstützt wird, kommen die Spenden fast zur Gänze direkt den Bedürftigen zu Gute.
Das Symbol der heurigen Kampagne ist ein Getreidesack. Damit sollen die drastischen Teuerungen von Lebensmitteln am Weltmarkt, sowie damit zusammenhängend Hunger und Not in den Entwicklungsländern verdeutlicht werden. Ein wichtiges Standbein der Kampagne ist die Sammlung in den Pfarren, die von der Katholischen Männerbewegung durchgeführt wird.

Spenden sind unter dem Kennwort "Augustsammlung" auf das Kto.Nr. 76.000, RAIBA St. Pölten, BLZ 32585 erbeten. Erlagscheine liegen in allen Banken und Postämtern auf. Mit Kreditkarten kann man online unter www.caritas.at oder www.meinespende.at spenden.

Foto: Lukas Steinwendtner, Auslandshilfeleiter Caritas St. Pölten; Abbe Bertin Sagna, Caritas-Direktor der Diözese Tambacounda, Senegal; Dr. Constance Mbaye, Leiterin des Caritas-Freuenprojektes Profemme im Senegal; Caritas-Direktor Mag. Friedrich Schuhböck; Christoph Petrik-Schweifer, Generalsekretär der Auslandshilfe Caritas Österreich; Josef Muhr, Diözesansekretär der Katholischen Männerbewegung der Diözese St. Pölten(v.l.).