Lange Nacht der Kirchenchöre

Unter dem Titel "Abendlob" veranstaltete das Referat für Kirchenmusik der Diözese St. Pölten am Samstag, den 28. April, die erste "Lange Nacht der Kirchenchöre" in der Stiftskirche von Herzogenburg. "Es ist ein erster Versuch, mit Chören Tageszeitliturgien, also das gesungene Stundengebet zu gestalten", erklärte Prälat Mag. Maximilian Fürnsinn, Propst des Stiftes Herzogenburg, "Mit unserer Stiftskirche wurde bewusst ein Raum gewählt, in dem das Chorgebet auch täglich gebetet und gelebt wird."

"Einen Gottesdienst gestalten, das kann jeder Kirchenchor", erklärte Mag. Johann Simon Kreuzpointner vom Referat für Kirchenmusik, "aber die Tageszeitenliturgie, also das Morgenlob oder das Abendlob der Kirche, das ist etwas ganz Neues." Daher gab es neben ausgewählte Chorliteratur, neuen Psalmenvertonungen und Kantorengesängen auch begleitende Vorträge, um Chorleitern und -mitgliedern die musikalische Gestaltung der Stundengebete näher zu bringen. "Der Hintergrund ist, dass Kirchenchöre auch andere Gottesdienstformen, ohne Priester, kennen lernen - auch im Hinblick auf die Zukunft", sagte Mag. Kreuzpointner.

So war die Veranstaltung vor allem eine "lange Nacht" für Delegationen verschiedener Kirchenchöre aus der ganzen Diözese und nicht in erster Linie eine Publikumsveranstaltung, obwohl alle Programmpunkte - Vesper, Marienlob, Meditationen mit Chorgesang und Texten sowie die Komplet - frei zugänglich waren.
Zu Marienliedern, die vom Kammerchor Haidershofen unter der Leitung von Franz Reithner interpretiert wurden, las Propst Fürnsinn Texte aus seinem neuen Buch "Aus ganzem Herzen leben - Gedanken über Maria", das er gemeinsam mit der Theologin MMag. Veronica-Maria Schwed anlässlich des 850-Jahr-Jubiläums der Gnadenstatue von Mariazell geschrieben hat.

Die Veranstaltung in Herzogenburg sei ein erster Versuch gewesen, so Mag. Kreuzpointner. Mit den gesammelten Erfahrungen wolle man in Zukunft weitere "Lange Nächte" an verschiedenen Orten der Diözese veranstalten.