Laienapostolat im Osten wächst nur langsam

Für ein Partnerschaftsmanagement für Pfarrgruppen in den Diözesen sprach sich der Mittel-Osteuropaexperte Dkfm. Georg Kopetzky vor der Vereinigung Christlicher Unternehmer am 27. April im Stift Göttweig aus. Dies könne ein wichtiger Beitrag sein, den Menschen jenseits der Grenze zu helfen, sagte er. Kopetzky ist Unternehmensberater und seit Jahrzehnten Berater zur Förderung des Laienapostolates in den christlichen Kirchen Mittelosteuropas. Nach jahrzehntelanger kommunistischer Herrschaft seien die Menschen hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang noch immer misstrauisch zueinander und auch der Kirche gegenüber, sagte Kopetzky. Noch immer gebe es eine geringe Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Obwohl sich die kirchliche Situation in den vergangenen Jahren grundlegend geändert und auch verbessert habe, haben viele Geistliche gegenüber der Mitarbeit von Laien weithin noch große Bedenken. Insgesamt aber, so Kopetzky, erwache auch dort langsam das Verständnis für das Laienapostolat und damit das Engagement der Gläubigen.
Allerdings bedauerte Kopetzky, dass es in Österreich nicht gelungen sei, ein Werk mit einer ähnlichen Struktur wie Renovabis in Deutschland aufzubauen. Die bestehenden Diözesanpartnerschaften zu Diözesen in den ehemaligen Ostblockländern hätten zwar viel bewirkt, ihre Hilfsmöglichkeiten liegen aber weit hinter der Größenordnung von Renovabis zurück. So hätten aufgrund der anderen Struktur die deutschen Katholiken fünf Mal so viel für den Aufbau der Kirche in den Ländern Mittelosteuropas gespendet wie die Österreicher, weist er hin.
In Hinblick auf das zusammenwachsende Europa hätten sich vorerst auch die Bischöfe in den Ländern Mittelosteuropas zurückhaltend gezeigt. Inzwischen haben auch sie große Zustimmung und Erwartungen, was vor allem auf Papst Johannes Paul II. zurückzuführen ist, der sich immer wieder für eine Wiedervereinigung Europas ausgesprochen hat.
Kopetzky unterstrich in seinen Ausführungen die Bedeutung der Katholischen Soziallehre und ihre Umsetzung für jene Länder, in denen christliche Motive des Handelns weithin noch fehlen. Es brauche für die Menschen auch konkrete Lebenshilfen für den Alltag, untermauerte er.
In der anschließenden Diskussion wurden vor allem die wirtschaftlichen Unsicherheiten in jenen Ländern aufgrund fehlender Rechtssysteme angesprochen. Kopetzky meint, dass die Unternehmer in Mittelosteuropa selbst darunter leiden, dass sie von der Politik kaum unterstützt werden. Durch hohe Steuern und Zinsen würden viele "in den Randbereich der Legalität gedrängt", sagte er.