Kreuzwege von Robert Herfert

Zwei Kreuzwege aus den Jahren 1946 und 1996 sowie weitere Werke des St. Pöltner Künstlers Prof. Robert Herfert sind bis Ostern in einer Ausstellung in Wien zu sehen. Die Ausstellung befindet sich im Vorraum der Curhauskapelle im 1. Stock des "Curhauses" in Wien I, Stephansplatz 3. Die Ausstellung wurde am 22. Februar durch Bischof DDr. Klaus Küng eröffnet. Anwesend waren neben Dompfarrer Mag. Anton Faber der Präsident des NÖ Landtages Dr. Edmund Freibauer, der St. Pöltner Bürgermeister Mag. Matthias Stadler, der Leiter der St. Pöltner Kulturabteilung Dr. Thomas Karl sowie zahlreiche Ehrengäste aus Niederösterreich und Wien.

Dompfarrer Mag. Anton Faber würdigte in seinen Eröffnungsworten das 60jährige künstlerische Wirken des gebürtigen St. Pöltners Robert Herfert. Noch ganz unter dem Eindruck der Zerstörungen durch den Krieg habe er als junger Akademiestudent seinen ersten Kreuzweg gezeichnet, der sich heute im Besitz der Dompfarre St. Stephan befindet. Der zweite Kreuzweg der Ausstellung, 50 Jahre später entstanden, zeige die Entwicklung des Künstlers auf. Beide Kreuzwege, so Faber, wollen in der kommenden Fastenzeit zur Meditation und Betrachtung einladen.

Bischof DDr. Klaus Küng betonte, dass das künstlerische Schaffen Robert Herferts für Niederösterreich sehr prägend war. Zu seinen Werken gehören etwa 30 Kreuzwege. Sie seien Zeichen einer Welt, in der es das Kreuz gibt, mit all seinen dunklen Seiten, die man oft nicht verstehen könne. Im Kreuzweg begegne man Christus, aber auch der der ganz persönlichen Erfahrung des Künstlers mit seinem Schmerz, Leiden und Hoffnung. Ein Künstler sei ein Übersetzer und Interpret, der das mit seinen Mitteln zum Ausdruck bringe, betonte der Bischof.

Der Präsident des NÖ Landtages Edmund Freibauer zeigte sich ebenfalls beeindruckt von den Bildern des Kreuzweges und würdigte Herfert als Mensch, der sein ganzes Leben seinem Zuhause, der Kirche, gewidmet habe. In den Werken dieser Ausstellung komme die Spannung seines Wirkens in den vergangenen 60 Jahren zum Ausdruck.

Der St. Pöltner Bürgermeister Mag. Matthias Stadler erklärte, dass man Robert Herfert in St. Pölten "auf Schritt und Tritt" begegne. Er unterstrich dessen vielfältiges Schaffen als Bildhauer, Keramiker und Grafiker und bezeichnete ihn als einen ständig kreativen, schaffenden und suchenden Menschen. Herfert wurde dafür bereits mit der höchsten kulturellen Auszeichnung der Stadt, dem Prandtauerpreis, ausgezeichnet.

In seinen Worten wies der Künstler auf seinen ersten Kreuzweg hin, den er noch als junger Student an der Akademie der Bildenden Künste "ohne Auftrag" erstellt habe. Später habe er versucht, die Inhalte mit nichtfiguralen Darstellungen stärker hervorzuheben, um so noch stärker auf die innere Aussagekraft des Kreuzweges zu verweisen.