Konservatorium für Kirchenmusik eröffnet: Eine Aufwertung für Stadt und Land

Mit einem Potpourri aus Musik und Festreden feierte das Konservatorium für Kirchenmusik der Diözese St. Pölten am 24. November seine offizielle Eröffnung. Bischof DDr. Klaus Küng konnte das neue Gebäude nach eineinhalbjähriger Bauzeit segnen und seiner Bestimmung übergeben. Der Neubau des Konservatoriums war notwendig geworden, nachdem die bisher genutzten Räume den Anforderungen nicht mehr entsprochen haben. Das neue Gebäude wird aber auch mehrfach genutzt. An der Eröffnung nahmen neben Bischof DDr. Klaus Küng unter anderem auch der emeritierte Weihbischof Dr. Heinrich Fasching, der designierte Weihbischof Dr. Anton Leichtfried, Generalvikar Leopold Schagerl, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler, LAbg. Dr. Martin Michalitsch sowie weitere Vertreter des öffentlichen und kirchlichen Lebens teil.

Der Direktor des Konservatoriums, Mag. Michael Poglitsch erklärte, dass das, was sich seit der Gründung des Konservatoriums im Jahr 1991 entwickelt habe, heute "in ein großartiges Fest" münde. Die neuen Musikräume besitzen österreichweit "beispielhaften Charakter". Der Direktor des Diözesanbauamtes, DI Wolfgang Pfoser erläuterte das Konzept des Zubaues, das die alte Hofstruktur des Bistumsgebäudes fortsetze. Durch die Vergabe an einheimische Firmen gab es auch kräftige Impulse für die regionale Wirtschaft, sagte er. Der Leiter des Diözesanarchivs, das ebenfalls im neuen Haus Platz gefunden hat, Dr. Thomas Aigner, wies auf die überregionale Bedeutung dieser Einrichtung hin und der diözesane Referent für Kirchenmusik, Prälat Dr. Walter Graf meinte, "hier wurde der kirchenmusikalischen Ausbildung die geziemende Anerkennung gegeben". Der St. Pöltner Bürgermeister, Mag. Matthias Stadler sieht in dem neuen Konservatorium eine Aufwertung der Innenstadt, eine zusätzliche Belebung dieses Stadtteils und einen weiteren Schritt in der Hauptstadtentwicklung. LAbg Dr. Martin Michalitsch bezeichnet diese Einrichtung als einen wertvollen kulturellen Gewinn, der positiv auf die Stadt, das Land und die ganze Republik ausstrahle.
Bischof Klaus Küng erinnerte daran, dass für ihn die Frage des Konservatoriums "nicht ganz einfach" gewesen sei. Er sei sich aber sicher, dass die Musik für eine Gemeinde von größter Bedeutung sei und er diese Investition, Menschen zur Freude an der Musik auszubilden, für notwendig finde. Musik habe gemeinschaftsbildenden Charakter und gerade durch sie würden auch junge Menschen angesprochen.

Mehrfachnutzung
Das neue Gebäude befindet auf dem westlichen Teil des Areals des nördlichen Bischofgartens wird mehrfach genutzt. So sind in dem Neubau, einem dreigeschossigen Gebäude, neben dem Konservatorium im Erdgeschoß mit Theorie- und Stimmbildungsräume, einem Ensemblezimmer, drei Orgelräumen sowie einem Festsaal auch das Kirchenmusikreferat, das Matrikenreferat das Diözesanbauamt, die Kirchenbeitragsstelle mit der Regionalstelle St. Pölten und das Diözesanarchiv untergebracht. Im Untergeschoß ist eine Tiefgarage mit 77 Stellplätzen für diözesane Mitarbeiter eingerichtet. Dadurch kann der Brunnenhof - die Verbindung zwischen Domplatz und Bischofsteich - künftig autofrei gehalten werden.

Weite Ausstrahlung
Von dem neuen Gebäude werden neben den 143 Studenten und 22 Lehrkräften des Konservatoriums auch die 600 Organisten der Diözese, die Kantoren und Chorleiter der 370 Kirchenchöre "profitieren". Sie können sich in Kursen und Seminaren weiterbilden. So wird etwa demnächst eine "Stimmbildung für den liturgischen Dienst" für Diakone angeboten. Bisher haben 150 Studentinnen und Studenten des 1991 gegründeten Konservatoriums ihre Ausbildung auch abgeschlossen.

Kosten
Die Gesamtosten belaufen sich inklusive der archäologischen Grabungen auf etwa 7.146.000 Euro. Eine endgültige Abrechnung liege aber noch nicht vor, wie Baudirektor DI Wolfgang Pfoser erklärte. Die Finanzierung des Gebäudes erfolgte aus Rücklagen und den noch zu erwartenden Subventionen, wodurch das laufende Budget nicht belastet wurde. Beim Bau waren 25 Firmen, großteils aus der Region St. Pölten beschäftigt, was auch einen wirtschaftlichen Impuls für die Region bedeutete.