"Kloster unter dem Kloster" in Stift Altenburg

Ein "Kloster unter dem Kloster" ist ab 17. Mai in Stift Altenburg bei Horn im Waldviertel für Besucher zugänglich. Nach einer siebenjährigen Planungs- und Bauzeit wird zu Christi Himmelfahrt mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr und einem Eröffnungsfest die neue Altane - eine Aussichtsterrasse hoch über dem Kamptal - und die Sonderausstellung 2007 eröffnet. Im Zuge der statischen Sanierung der barocken Altane im Osten des Stiftes wurden Teile des mittelalterlichen Klosters aus dem 14. Jahrhundert entdeckt. Eine Mauer aus dem 12. Jahrhundert ist noch ein Rest der "alten Burg", der das 1140 gegründete Benediktinerstift seinen Namen verdankt. Der für Ausstellungsbau bekannte Architekt DI Christian Jabernegg legte die Mauerreste eines gotischen Turmes, einiger Mönchszellen, des Abthauses und der Abtkapelle frei. Als "ein Kunstwerk des 21. Jahrhunderts" bezeichnete Abt Christian Haidinger bei der Präsentation des Projektes am 16. Mai die Gestaltung der Ausgrabungen als Ausstellungsraum, die Sicherung der Stützmauer und die Wiederherstellung der Aussichtsterrasse in einem modernen Bau.

Der barocke Baumeister Josef Munggenast überbaute um 1740 diesen Bereich nach Melker Vorbild mit einer gewaltigen Aussichtsterrasse zwischen den Kaiserzimmern und der Bibliothek und ließ die gotischen Gewölbe mit Bauschutt zuschütten. Im Jahr 2000 stellte ein Statiker "Gefahr in Verzug" fest, der gesamte Baukörper drohte abzurutschen. So musste als erster Schritt mit Hilfe der Archäologen das mittelalterliche Mauerwerk freigelegt werden, um sinnvolle Sanierungsmaßnahmen berechnen zu lassen.

Seit 1983 restaurieren Archäologen des Bundesdenkmalamts systematisch den mittelalterlichen Vorgängerbau unter dem "Barockjuwel des Waldviertels", und bereiten es für Besucher auf. Bis 1994 konnte das Stift den Kreuzgang und die so genannten "Regularräume" (Kapitelsaal, Refektorium, Skriptorium) zugänglich machen. Für die kommenden Jahre ist der "Innenausbau" der Altane als Museumsbereich und Präsentationsfläche der archäologischen Grabungen geplant. Es entstehen rund 2000 m2 Ausstellungsfläche, die zu den Schauräumen in den Kaiserzimmern und dem Bibliothekstrakt hinzukommen.

Sonderausstellung "Innen & Außen"

Neben der Profilierung des Stiftes als "Barockjuwel des Waldviertels" ziehen auch neu angelegte Garten- und Parkanlagen jährlich etwa 35.000 Besucher an. Die Sonderausstellung dieses Jahres "Innen & Außen" stellt mit den Gärten und den Gartensälen des Stiftes "Gebautes und Gewachsenes" in den Mittelpunkt, wie P. Albert Groiß, Baudirektor des Stiftes, erklärt. Im Bereich der sanierten Altane wurde heuer ein Apothekergarten mit Heilkräutern nach den Anweisungen des Klosters St. Gallen aus dem 9. Jahrhundert angelegt.

Bereits 2003 wurde in einem Innenhof ein "Schöpfungsgarten" geschaffen und 2006 auf einer 3 Hektar großen Gartenfläche der "Garten der Religionen" eröffnet. Er illustriert anhand von Gartenarchitektur die Weltreligionen Judentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus. Die Gärten und Schauräume sind von Ostern bis 1. November täglich von 10.00 - 17.00 geöffnet. Mittels Audioguide führt Abt Placidus Much durch sein Kloster, der chinesische Gärtner Mu-Chi durch den "Garten der Religionen".

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