„Klangvolle Zukunft“ für St. Margareten

Mit der Segnung der „Pfarrer Redlingshofer-Gedächtnisorgel“ in St. Margareten am Sonntag, dem 28. September durch Bischof DDr. Klaus Küng ging ein lang gehegter Wunsch des ehemaligen Seelsorgers und Sängers OStR Josef Redlingshofer in Erfüllung. Vor sieben Jahren hatte er die Weichen zu diesem Orgelneubau gestellt. Doch durch seinen plötzlichen Tod vor vier Jahren konnte er ihren Klang nicht mehr erleben. Gleich am Beginn der Festmesse bezeichnete Pfarrer Mag. Franz Xaver Hell die Orgelweihe als „Jahrhundertereignis“ und „historische Stunde“ für die Pfarre.
Eine Orgel vermag in unterschiedlicher Weise in ein Fest einzustimmen, wies Bischof DDr. Klaus Küng in der Predigt hin. Wichtig sei aber, dass Gott dabei die Menschen anspreche. Auch nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil soll die Orgel vor allem dem Gotteslob dienen und helfen, „die Herzen der Menschen zu Gott empor zu heben“. Orgelpfeifen seien aber auch ein Symbol für die Christen in der Gemeinschaft, wies Bischof Küng hin. Es gebe große und kleine Pfeifen, aus Holz und Metall. Sie alle erklingen, wenn der Luftstrom des Geistes sie trifft. Doch es kann auch Misstöne geben, wenn die Pfeifen nicht aufeinander abgestimmt seien.
Schließlich gehe es nicht nur um die Renovierung und Erneuerung der Orgel, sondern der Gemeinde selbst. Und das beginne bei jedem Einzelnen selbst, betonte der Bischof. „Ich wünsche, dass das Orgelwerk ein Signal sei, das gerade in der Zeit, in der sich viele Menschen verlaufen, wichtig ist“. Er hoffe, dass in den Gemeinden Zentren entstehen, in denen der Glaube entdeckt werde und sich der „gute Klang“ - auch im übertragenen Sinn - überall ausbreite.

Gleich nach der Segnung der Orgel durch den Bischof ließ Organist Werner Zuser die neue Orgel mit dem Präludium in C von Johann Sebastian Bach erklingen.

Die neue Orgel hat 16 Register und wurde im Mai 2002 bei der Orgelbaufirma Pirchner aus Tirol in Auftrag gegeben. Gesundheitliche Probleme des Orgelbauers sowie der plötzliche Tod von Josef Redlingshofer verzögerten die Fertigstellung dieser kunstvollen Schleifladenorgel, die nun unter dem Nachfolger von Pfarrer Redlingshofer, Mag. Franz Hell erfolgen konnte.
Die alte Orgel, ein Werk der Gebrüder Mauracher aus Linz aus dem Jahr 1951, war als Zwischenlösung vorgesehen und wurde über Internet um über 3.000.- Euro an P. Andreas Steiner aus Reutlingen bei Stuttgart versteigert. Sie wird nach ihrem Aufbau und gründlicher Renovierung am 16. November an ihrem neuen Ort wieder erklingen.
Eine 24-seitige Festschrift zur Orgelweihe unterstrich die Bedeutung dieses Ereignisses für die Pfarrgemeinde St. Margarethen. Die Kosten von etwa 250.000.- Euro wurden durch Spenden, Sponsoren und zahlreiche Aktivitäten wie Haussammlung, Feste und Konzerte sowie Zuschüsse von Land und Gemeinde großteils bereits aufgebracht.
Gleich am Nachmittag fand um 16 Uhr ein erstes Orgelkonzert mit Josef Schweighofer statt.