Kinder auf Ostern vorbereiten

Ostern ist das Fest des Lebens, das Fest der Hoffnung, denn in Jesus Christus hat Gott den Menschen ein Leben in Fülle geschenkt. Dies soll vor allem auch Kindern in der vorösterlichen Zeit vermittelt und nahe gebracht werden, erklärt die Kindergartenpädagogin Sr. Ulrike Schaussberger. Für Kinder ist wichtig, die Erfahrung zu machen, dass Ostern mit Hoffnung zu tun hat, meint die Leiterin des Kindergartenreferates der Diözese St. Pölten, Sr. Ulrike Schaussberger. "Wir müssen uns gemeinsam mit den Kindern auf den Weg machen", rät die Kindergartenpädagogin. Eltern und Erzieher können den Kindern nur das glaubwürdig vermitteln und mitgeben, woran sie selbst glauben und was ihnen im Leben wichtig ist. Sie sollen die Kinder an ihrem Glaubensleben teilnehmen lassen.
Und sie unterstreicht: es ist nicht notwendig, Kindern alles erklären zu wollen. Einfache Geschichten aus religiösen Kinderbüchern, Rollenspiele, Symbole und Tänze bringen für die Kleinsten intuitiv viel besser zum Ausdruck, was man vermitteln möchte.

Auch den Weg des Scheiterns verstehen

Mit Kindern den Weg der vorösterlichen Bußzeit zu gehen, sei nicht leicht. Es bedeutet auch, den Weg des Scheiterns Jesu nachzugehen. Oft seien Eltern und Pädagogen versucht, Kindern Jesus als eine Art "Supermann" vorzustellen, der von allen geliebt wurde. Diese "heile Jesuswelt" hält aber vor den Ereignissen der Karwoche nicht stand. Jesus wurde nicht von allen Menschen angenommen und geliebt; er wurde auch angefeindet und ist schließlich gescheitert. Das ist Kindern auch nicht fremd, denn auch sie erfahren bereits im eigenen Leben, was scheitern bedeutet. Es gehört zu ihrer Alltagserfahrung.
Jesus war oft Außenseiter. Er kam mit jenen übers Kreuz, die Gott anders gesehen haben. Jesus hat angeeckt und war für viele nicht immer angenehm. Dieses Vorbild kann gerade für solche Kinder hilfreich sein, die sich selbst als arm, schwach, ausgegrenzt und vereinsamt fühlen. Und es kann nachdenklich machen wie es ist, wenn jemand ausgegrenzt wird.

Tod und Leiden nicht aussparen,
aber auch nicht dramatisieren

Viele Bibelstellen lassen erahnen, wie konsequent Jesus gelebt hat. Dass jene Menschen, die sich auf seine Botschaft nicht einlassen wollten, versucht haben ihn zu beseitigen, kann und soll auch den Kindern vermittelt werden. Doch darf der Tod am Kreuz nicht aus falscher Rücksicht auf eine "emotionale Befindlichkeit" verschwiegen werden. Dies würde eine Verkürzung des Glaubens bedeuten. Unangebracht se es aber, die Leidensgeschichte Jesu breit und dramatisierend auszumalen, erklärt Sr. Ulrike. Für Kinder in diesem Alter eignen sich keine Kreuzesdarstellungen, die Jesu Leiden und Sterben zu sehr dramatisieren, so dramatisch es auch gewesen sein mag. Vielmehr soll das Kreuz den wichtigen Blick auf Ostern nicht verbauen. Geeignet für Kinder sind etwa Kreuze aus der Zeit der Romanik oder das Taize-Kreuz.
Kindern auf den Weg nach Ostern führen heißt, sensibel auf ihre Situation einzugehen. Beispiele aus der Bibel können dabei helfen, etwa die Geschichte aus einem Bilderbuch über Zachäus oder ein Rollenspiel, das mit Kindern aufgeführt wird. Die Feiern mit Kindern sollen dabei nicht zu Katechesen werden, denn allzu viele Worte könnenden Sinn wieder verzerren. Kinder verstehen meist intuitiv den tieferen Sinn, wenn eine solche Geschichte kindgerecht dargeboten wird.

Ein beliebtes Rollenspiel:
Der verzeihende Vater

Eine schöne Erzählung ist das Gleichnis vom verzeihenden Vater, oder wie es vielen noch bekannt ist, vom verlorenen Sohn. Dieses kann mit Kindern auch als Rollenspiel gut nachgespielt werden. Oder noch besser mit etwa 20 bis 30 cm großen ausgeschnittenen Figuren, die auf Pappe geklebt sind und an einem Stab gehalten werden. Die Kinder bewegen die Figuren und sprechen dabei für die handelnden Personen. Am Ende geht das Spiel in einen Tanz der Kinder über, der die große Freude des Vaters über den heimgekehrten Sohn zeigt. Diese Freude, die beim Tanzen zum Ausdruck kommt, hat im Grunde mit der Osterfreude zu tun.

Kinder erleben, was Abschiedfest heißt

Ein buntes rundes Tuch wird in die Mitte des Raumes gelegt, in der Mitte steht eine Wasserschale mit der Rose von Jericho. Sie wird im lauwarmen Wasser in kurzer Zeit erblühen. Sie ist ein Symbol für Wasser und Leben. Daneben steht eine Kerze als Symbol von Licht und Wärme. Um die Kerze herum liegen Papierstreifen mit den Namen der Apostel - Freunde von Jesus. Sie waren beim letzten Abendmahl dabei. Kinder erkennen intuitiv, dass sie selbst damit gemeint sind. Die Kinder können dann diese "Tafel Jesu" mit kleinen Kerzen schmücken. Natürlich wird auch die Bibel dazu gelegt. Nun wird erklärt, dass Jesus mit seinen Freuden ein Fest feiert, als er Abschied nehmen muss, aber dennoch immer bei ihnen bleiben will. Die Kinder erhalten ein Stück Brot, das sie miteinander teilen. Sie erfahren dabei intuitiv, dass es bei diesem Mahl um mehr geht als sich satt zu essen.