Nikolaus
 
 

Katholische Soziallehre in der Praxis

Die Anerkennungspreise für besondere Verdienste um die Katholische Soziallehre der Papst-Leo-Stiftung in Horn konnte Bischof DDr. Klaus Küng den beiden Preisträgern, Bäckermeister Thomas Huber aus Ternitz und der Direktorin der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik der Schulschwestern in Amstetten, Mag. Ingrid Brandstetter im Rahmen eines Festaktes in Horn überreichen. Der Vorsitzende der Papst-Leo-Stiftung, Altabt Mag. Bernhard Naber wies in seinen Einleitungsworten hin, dass die Katholische Soziallehre immer wieder Impulse für eine sozialere und gerechtere Welt setze, die nicht Theorie bleiben dürfen, sondern immer wieder konkrete Antworten erfordern.

Bäckerei in Kinshasa sichert Familien das Überleben

So hat Bäckermeister Thomas Huber aus Ternitz in Eigeninitiative in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa eine desolate Bäckerei instand gesetzt, eine neue aufgebaut und eingerichtet und dafür fünf Tonnen Mehl, Backutensilien sowie Werkzeug zur Verfügung gestellt. Er habe sich von der Not der Menschen in Afrika "nicht nur berühren lassen, sondern Taten gesetzt", betonte der Administrator der Stiftung, Roman Fröhlich in der Laudatio. In einem mehrwöchigen Aufenthalt hat Huber Jugendliche für die Bäckerei ausgebildet. Zwei junge Kongolesinnen konnten in der Bäckerei Hubers in Österreich eine einjährige Ausbildung absolvieren. Diese Initiative wurde von der Innung der Bäcker wesentlich mit unterstützt. Durch dieses Projekt sind nun 1.700 Jugendliche und Kinder einer Schule mit Brot versorgt und für 300 Familien sichert die Bäckerei das Überleben.

Kleine Schritte für eine große Hilfe

Der zweite Preisträger ist die Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik der Schulschwestern in Amstetten. Die Schülerinnen und Lehrer unterstützen seit zwei Jahren durch zahlreiche Aktivitäten wie Konzerte, Jausenverkauf, usw. ein Kinderzentrum sowie den Hilfsverein "Viden" in der ukrainischen Stadt Konotop. "Viele kleine Schritte wurden gesetzt, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen", sagte die Diözesansekretärin der Kath. Arbeiterjugend und Kuratoriumsmitglied Martina Hochedlinger in der Laudatio. In Konotop erhalten verlassene, verwaiste oder krebskranke Kinder sowie Babys aus verarmten oder durch Alkoholismus zerrütteten Familien Pflege und Betreuung. Drei Schülerinnen konnten bereits einen zehntägigen Praktikums-Aufenthalt in der Ukraine absolvieren. Sie informieren nun ihre Mitschülerinnen über die unzumutbaren Zustände in jenem Land.

Bischof: Wohlstand bedeutet auch Verantwortung

Bei der Preisverleihung konnte Bischof DDr. Klaus Küng ein Grußwort von Nuntius Erzbischof Dr. Edmond Farhat verlesen, in dem dieser den Preisträgern für ihr Engagement und die eindrucksvolle Umsetzung der Katholischen Soziallehre gratulierte. Der Bischof betonte in seinen Worten, dass sich niemand darauf beschränken dürfe, nur seine eigene Haut zu retten. Sich anderen Menschen zuzuwenden eröffne neue Horizonte und Einsichten, die jeden zu ändern vermögen. Es dürfe sich auch niemand damit begnügen, nur den eigenen Wohlstand zu genießen. Denn Wohlstand bedeute auch Verantwortung und ermögliche viel Gutes. Und niemand dürfe sich darauf beschränken, erst dann etwas zu tun, wenn er Anweisungen "von oben" erhalte. Wer sich auf Herausforderungen einlasse, könne vieles bewirken, wies der Bischof hin und ergänzte: wer schenkt, empfängt, wer viel schenkt, wird auch viel empfangen.

In Grußworten lobten Bürgermeister Alexander Klik aus Horn, der Vizepräsident des ÖGB Dr. Norbert Schnedl, Kultusamtsleiter Ministerialrat Mag. Oliver Henhapel und Landtagspräsident Mag. Edmund Freibauer das Engagement und die Initiative der Preisträger. Sie haben gezeigt, dass jeder etwas tun könne, einen Beitrag für eine gerechtere Welt zu leisten.
Die Feier im Vereinshaus Horn wurde von den Altenburger Sängerknaben unter Leitung von Markus Pfandler musikalisch umrahmt.