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Katholische Privatschulen müssen ein klares Profil zeigen

Nach dem ersten Treffen mit den Direktoren und Schulerhaltern der katholischen Privatschulen in der Diözese St. Pölten im Sommerrefektorium des Bistumsgebäudes zeigte sich Diözesanbischof DDr. Klaus Küng "beeindruckt" über die "Vielzahl der Schulen und Initiativen" sowie vom "großen Engagement der Direktoren und Schulerhalter". In der Diözese St. Pölten gibt es 34 Katholische Privatschulen mit insgesamt 6.124 Schülerinnen und Schülern in 254 Klassen. Dazu gehören sechs Volksschulen und ebenso viele Hauptschulen, vier Allgemeinbildende Höhere Schulen und 18 Berufsbildende mittlere und höhere Schulen. Die Orte mit den katholischen Privatschulen in der Diözese sind Amstetten, Gleiss-Rosenau, Krems, Langenlois, Melk, St. Pölten, St. Valentin-Erla, Seitenstetten, Stössing-Hochstrass, Yspertal und Zwettl.


Nach der Vorstellung aller 34 katholischen Privatschulen mit ihren Schwerpunkten und Zielvorstellungen meinte der Bischof, dass das gesamte Bildungswesen heute vor großen Herausforderungen stehe. "Wir befinden uns in einer Übergangszeit, die eine große Reaktionsfähigkeit verlangt", sagte der Bischof. Die katholischen Privatschulen seien durch die neuen gesellschaftlichen Entwicklungen herausgefordert und müssen auch auf die dadurch veränderten Gegebenheiten bei Schülern reagieren.


Auf die Gefährdung der Privatschulen durch den Wegfall der Zweidrittelmehrheit für alle Schulgesetze wies der Direktor des Stiftsgymnasiums Melk und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Direktorinnen und Direktoren der ordenseigenen Schulen Österreichs (ADOS), Mag. Anton Eder hin. Durch dieses neue Gesetz sei es möglich, durch einfache Mehrheit die Privatschulen oder auch den Religionsunterricht ohne breiten Konsens aller Parteien durch die jeweilige Regierung kurzfristig zu ändern oder gänzlich abzuschaffen. Er trete dafür ein, die Zweidrittelmehrheit "in wesentlichen Punkten der Schulgesetzgebung" beizubehalten. Damit sei auch eine gewisse Kontinuität in der Weiterentwicklung und Reform des österreichischen Schulwesens gewährleistet.


In einer kürzlich veröffentlichten vergleichenden Statistik hat das Erzbischöfliche Amt für Unterricht und Erziehung der Erzdiözese Wien hingewiesen, dass nach der letzten Pisa-Studie die Ergebnisse bei den Privatschulen in allen Bereichen weit über dem österreichischen Durchschnitt und sogar über dem OECD-Schnitt liegen.


"Wenn es uns nicht gelingt, die Privatschulen zu halten und in die Zukunft hinüberzuretten, dann müssten wir sie wieder neu erfinden", meint der Bischof. "Wir müssen "ein klares Profil der Schulen erreichen, ein christliches Menschenbild und eine christliche Auffassung der Schöpfung zu zeigen", betonte er. Damit müsse man den kommenden Schwierigkeiten und Herausforderungen begegnen.