Katholische Aktion verstärkt Einsatz für den freien Sonntag

Ermutigt durch die Worte von Papst Benedikt XVI. bei seinem Österreich-Besuch will die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) ihren Einsatz für den freien Sonntag verstärken. Mit der österreichweiten Kampagne "Sonntag - Tag zum Leben" setzt die Katholische Aktion in den nächsten Wochen einen neuen Akzent. Die Aktion startet in St. Pölten. Mit Postkarten, Pfefferminzpastillen, Plakaten und im persönlichen Gespräch wollen die KA-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter an Verkehrsknotenpunkten wieder mehr Bewusstsein für den Wert des freien Sonntags schaffen.

KAÖ-Präsidentin Luitgard Derschmidt sagte bei einer Pressekonferenz in Wien, der freie Sonntag habe große Bedeutung für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft. "Gott stellt sich hinter das Recht des Menschen auf Erholung. Man muss sich eine Ruhepause gönnen und den Sonntag mit anderen Inhalten füllen, vermehrt auch wieder mit kirchlichen", so Luitgard Derschmidt wörtlich. Doch in der Sonntagsfrage gehe es nicht nur um kirchliche Aspekte, sondern auch um die "Kultur des Lebens". Ein Menschenbild, das dem Menschen Erholung nur einräumt, damit er wieder fit für die Arbeit wird, sei abzulehnen.

P. Erhard Rauch, Geistlicher Assistent der Katholischen Aktion, unterstrich die religiöse Bedeutung des Sonntags: Der Mensch dürfe sich diese Ruhepause von Gott her gönnen, "weil die Schöpfung nicht nur auf die Arbeit des Menschen angewiesen ist". Gott könne auch durch Nichtstun geehrt werden. Rauch: "Nicht Gott braucht den Gottesdienst am Sonntag, sondern der Mensch".

Gegen Sonntagsöffnung bei Europameisterschaft 2008

Bereits seit einigen Monaten ist eine KA-Unterschriftenaktion im Laufen, mit der gegen eine Sonntagsöffnung im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2008 protestiert wird (Informationen im Internet unter www.ka-wien.at/sonntag). Die gesammelten Unterschriften sollen Ende September an Wiens Vizebürgermeisterin Reante Brauner übergeben werden. Marcel Kneuer von der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien erteilte allen Vorstößen im Hinblick auf Sonntagsöffnung während der Europameisterschaft eine klare Absage. Er präsentierte eine Studie über den volkswirtschaftlichen Wert der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Demnach sei trotz teilweiser Ausweitung der Ladenöffnungszeiten nicht mehr eingekauft worden.

Dass Teile der Wirtschaft trotzdem für eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten auf den Sonntag während der Europameisterschaft plädieren, könne nur so interpretiert werden, dass damit ganz grundsätzlich wieder die strikte Regelung der Sonntagsöffnung aufgeweicht werden soll. Es handle sich sozusagen um einen "Feldversuch". Luitgard Derschmidt rief in diesem Zusammenhang die politisch Verantwortlichen auf, sich entschieden für den Schutz des Sonntags einzusetzen.