Katholische Aktion Österreichs

Resolution der der KAÖ zur "Fristenregelung":
(im Wortlaut)


Die Einführung der Straffreiheit für eine Abtreibung in den ersten drei Monaten - die "Fristenregelung" - vor dreißig Jahren entbindet den Staat entsprechend der Bundesverfassung nicht von seiner primären Verpflichtung zum umfassenden Schutz des menschlichen Lebens.
Die damals seitens des Gesetzgebers versprochenen "flankierenden Maßnahmen" wurden bis heute nicht umgesetzt.
Weil uns aus christlicher Überlegung der umfassende Schutz des Leben wichtig ist, stellt sich die Katholische Aktion Österreich nachdrücklich hinter den Forderungskatalog der "Aktion Leben Österreich" und fordert von der Bundesregierung die prioritäre Umsetzung nachfolgender Maßnahmen:


1. Beratung im Schwangerschaftskonflikt:
Verpflichtende räumliche und personale Trennung von Beratung und Durchführung der evtl. Abtreibung. (Der/die medizinisch beratende Arzt/Ärztin darf nicht der/die durchführende Arzt/Ärztin sein.) Verankerung einer Bedenkzeit von mind. 3 Tagen zwischen Beratung und evtl. Abbruch. Die Beratung soll in einem gut ausgebauten, finanziell abgesicherten und entsprechend bundesweit kontinuierlich beworbenen Netz von Schwerpunkt-Beratungsstellen durch spezifisch geschulte ExpertInnen vorgenommen werden. Um die Beratungsqualität sicher zu stellen, ist die psycho-soziale Fachausbildung um ein eigenes - neu zu schaffendes und verpflichtendes - Curriculum zu ergänzen und entsprechend finanziell abzusichern.


2. Statistik und Motivforschung
Statistische Erfassung ALLER in Österreich vorgenommenen Schwangerschaftsabbrüche (anonymisierte, ärztliche Meldepflicht) sowie regelmäßige, wissenschaftlich fundierte Forschung über Motive und Umstände, die Frauen zu dieser Entscheidung geführt haben.


Folgende Maßnahmen fordert die KAÖ mittelfristig:
Angebot psychosozialer Beratung vor, während und nach der pränatalen Diagnose.


Keine Spätabtreibungen aufgrund eugenischer Indikation (Verdacht auf oder Diagnose von Behinderung).


Väter und Mütter stehen von Anfang an in gemeinsamer Verantwortung, daher ist die Einbeziehung der werdenden Väter in den Entscheidungsprozess unumgänglich.


Verstärkte Bewusstseinsbildung - vor allem Jugendlicher - für einen umfassenden Schutz des menschlichen Lebens.