Katholische Aktion feierte an den Grenzen

Mit einem symbolischen Händeschütteln zur neuen Freundschaft feierte die Katholische Aktion in den Grenzregionen Heidenreichstein - Nova Bystrice, Gmünd - Ceske Velenice und Langau - Safov den Beitritt der nördlichen Nachbarn in die EU. An diesem Tag überwog die Begeisterung. Vor dem Grenzübergang Grametten organsisierte die Katholische Arbeitnehmerbewegung und die Betriebsseelsorge Heidenreichstein eine besinnliche Wanderung nach Nova Bystrice, wo die Gruppe von etwa 100 Personen am Festakt am Hauptplatz teilnahmen. "Wir wollen heute einen neuen Schritt der Zusammengehörigkeit setzen", sagte Betriebsseelsorger Josef Gaupmann aus Herzogenburg vor dem Abmarsch und rief die Teilnehmer auf, die Grenze, die jahrzehntelang bestanden hatte, ganz bewusst zu überschreiten.

Von Nachbarn zu Freunden
Beim Festakt am Hauptplatz von Nova Bystrice ging Bischofsvikar Msgr. Wilfried Kreuth auf das Händereichen ein. Wer jemandem die Hand reiche, könne keine Faust mehr zeigen und dem Anderen feindlich gegenübertreten, sagte er. Heute reichen sich die Menschen die Hand, weil sie einander verstehen und noch besser kennenlernen wollen. "Ich wünsche, dass es uns allen ein Auftrag bleibt, Missverständnisse abzubauen und dass wir von Nachbarn zu Freunden werden".

Gemeinsam für eine bessere Zukunft beitragen
Der Bürgermeister von Nova Bystice, Jiri Zimola zeigte sich überzeugt, dass Tschechien in der EU willkommen sei: "Ein Beweis sind die österreichischen Freunde, die heute gekommen sind, um mit uns zu feiern", sagte er. "Wir müssen gemeinsam dazu beitragen, damit unsere Kinder in einer noch besseren Gesellschaft leben können". Auch der Bürgermeister von Heidereichstein, Hans Pichler und Nationalrat Rudolf Panagoni unterstrichen die Bedeutung dieses Tages für die Zukunft Europas und betonten vor allem die Chancen für einen dauerhaften Frieden.
Zahlreiche Teilnehmer haben sich am Städtelauf aus Heidenreichstein und an der Radfahrt nach Nova Bystrice beteiligt.
Nach dem Festakt wurde die Fahne der Europäischen Union vor dem Rathaus gehisst. Zum Abschluss gab es noch eine Dankandacht in der Kirche.

Ökumenisches Gebet im Wirtschaftspark
Im grenzüberschreitenden Wirtschaftspark ACCESS in Gmünd lud die Katholische Frauenbewegung zu einer zweisprachigen und ökumenischen Vesper in das festzelt ein. P. Georg Kaps, Pfarrer von Gmünd-Neustadt drückte seine Freude darüber aus, dass es nun möglich geworden sei, miteinander zu feiern und auch miteinander zu beten. Er konnte aus Tschechien P. Marian Nowak, Pfarrer in Suchdol und den Superior der Oblaten in Österreich und Tschechien, P. Karl Zeiser begrüßen. In seinen Worten verglich der evangelische Pfarrer von Gmünd, Hort Phelke, das Geschehen dieses Tages mit einer "neuen Brücke der Gemeinschaft und Verbundenheit". Er rief die Christen aller Länder auf, beizutragen, dass Europa mehr werde als nur ein Zusammenschluss von Staaten.

Christen prägten Europa
An Beispielen zeigten die Vorsitzende der Frauenbewegung Helene Renner und Sekretärin Elfi Heindl auf, dass Europa von vielen Christinnen und Christen geprägt worden ist. Sie nannten in den Fürbitten Hedwig von Schlesien, Dietrich Bonhoefer, Gisela von Ungarn, Ludmilla von Böhmen und Agnes von Prag.
Beim gemeinsamen Gebet in verschiedenen Sprachen reichten die Menschen im Festzelt "gleichsam als Zeichen einer christlichen Menschenkette" einander die Hände.
In der Kirche St. Stephan von Gmünd fand am Abend noch eine Europavesper statt.

Brot und Salz als Zeichen
Zu einer Willkommensgeste am Grenzübergang Langau - Safov hatte die Katholische Männerbewegung geladen. Als symbolisches Zeichen der neuen Freundschaft überreichten Männer aus der Diözese den neuen EU-Nachbarn Brot und Salz, wie es in slawischen Gebieten Brauch ist. Die Feier, die sich in Safov fortsetzte schloss mit einem gemeinsamen Dankgebet in der Kirche des Ortes.