Kardinal König: fest im Glauben, verwurzelt in der Heimat

Mit dem 1. Kardinal König-Gespräch über "Glaube und Heimat" ehrten die Gemeinden Rabenstein und Kirchberg im Pielachtal am 30. August, dem Vorabend des 56. Jahrestages seiner Bischofsweihe, den 2004 verstorbenen Kardinal DDr. Franz König. "Wir wollen das Andenken an den Kardinal durch diese Gespräche bewahren" versicherten die Bürgermeister von Rabenstein und Kirchberg, Kurt Wittmann und Anton Gonaus. Kardinal König habe dort viele Spuren hinterlassen. "Diese gelte es an seinem Beispiel wach zu halten", ergänzte seine langjährige Büroleiterin Dr. Annemarie Fenzl. Auch im Gottesdienst ging Bischof DDr. Klaus Küng auf das Leben Kardinal Königs ein, dem am Beginn seines Bischofsamtes "ein eisiger Wind" entgegen geblasen habe und der auch nach dem zweiten Vatikanischen Konzil vielen Anfeindungen ausgesetzt war. Dies alles habe er "mit festem Glauben an Gott bewältigt und durchgestanden", betonte Bischof Küng. König sei "eine Persönlichkeit ohne Zaudern" gewesen und blieb bis zu seinem Tod "ein Mann des Glaubens mit einer doch schlichten Frömmigkeit". Er pflegte seine religiösen Gewohnheiten wie das tägliche Gebet, den Rosenkranz und auch die Stille der Natur.

In den anschließenden Gesprächen im vollbesetzten Kulturzentrum Rabenstein skizzierte die langjährige Sekretärin des Kardinals, Dr. Annemarie Fenzl Kardinal König als einen Mann, für den Glaube und Heimat stets eins waren und auch immer zusammengehören sollten. Die drei wesentlichen Fragen der Menschen - woher komme ich, wohin gehe ich, was ist der Sinn meines Lebens - weisen auf jene endgültige Heimat hin, die Kardinal König stets im Himmel wusste.
Der ehemalige EU-Kommissar Dr. Franz Fischler ortet angesichts neuer Entwicklungen auch neue Herausforderungen für den ländlichen Raum. Strategien, dem positiv zu begegnen, sollten aus der Region selbst kommen, sagte er. Die Menschen müssten ihre eigenen Kräfte durch Selbstvertrauen und Gemeinschaftsgeist stärken. "Wir sind nicht hoffnungslos der Globalisierung ausgeliefert, sondern müssen lernen, damit umzugehen". Heimat sei heute Frage und Auftrag geworden.
Altabt Burkhard Ellegast aus Melk zitierte Kardinal König, der "nichts anderes wollte, als einer guten Sache selbstlos dienen". Kardinal König sei durch seine Bildung - vor allem durch den benediktinischen Geist von Melk, wo er einst die Schule besuchte - geprägt gewesen, sagte Burkhard. Kardinal König konnte "durch menschliche Begegnungen und Gespräche das Gefühl vermitteln, dass wir eine gemeinsame Heimat - den Glauben - haben", sagte der Altabt. König wusste aus seinem Glauben heraus, dass die Kirche seine Heimat war und dass dieses Leben nicht alles sei und es ein endgültiges nur bei Gott gebe. Er habe noch in seinem Testament hingewiesen, bei seinem Sarg die Osterkerze nicht zu vergessen.
Auch in der abschließenden Diskussion wurde die enge Verbindung eines unerschütterlichen Glaubens bei Kardinal DDr. Franz König mit seiner tiefen Verwurzelung in seiner Heimat hervorgehoben. In seiner Beschäftigung mit den Religionen der Welt sei er zur Einsicht gelangt, dass es kein Volk ohne Religion gebe, wies Fenzl hin. Religion gehörte für Kardinal König zum Wesen des Menschen.

Fotos:
Konzelebration v. l, n.r.: Pfr. August Blazic, Dr. Stanislaus Wenewski, P. Chrisian Gimbel, Altabt Dr. Burkhard Ellegast, Diakon Dr. Max Angermann, Bischof DDr. Klaus Küng, Dr. Bernhard Augustin, P. Josef Lackstätter, P. Paulus Müllner, Kpl. P. Leonhard Obex.