KA gegen Ausnahmeregelung für EURO 08

Für Niederösterreich sei eine derzeit diskutierte Ausweitung Ladenöffnungszeiten während der EURO 08 "nicht einsichtig", erklärt der Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten, Roman Fröhlich. "In Niederösterreich gibt es keinen Austragungsort für EM-Spiele. Warum sollten also in Gmünd, Amstetten oder Piesting die Geschäfte offen halten dürfen?" Eine Ausdehung der Ladenöffnungszeiten "könnte man nur als Präjudiz für eine zukünftige generelle Öffnung sehen und das wäre eine Entscheidung, die mit der Landesverfassung nicht im Einklang steht", erklärte der St. Pöltner KA-Präsident.

Fröhlich fordert die Politik auf, "sich nicht unter Druck setzen zu lassen und leichtfertig wesentliche gesellschaftliche Werte aufs Spiel zu setzen", wie es in einer gemeinsamen Aussendung der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien und der Diözese St. Pölten heißt.

Auch die Präsidentin der Katholische Aktion Wien, Christa Buzzi, erklärte in der Aussendung: "Ich ersuche den niederösterreichischen Landeshauptmann, noch vor den Wahlen klar und deutlich einer Sonntagsöffnung in Niederösterreich während der EURO 08 eine Absage zu erteilen". "Mit unglaublicher Verwunderung habe ich festgestellt, dass die Gerüchte, dass nach der Wiener Einigung nun auch in ganz Niederösterreich die Geschäfte offen halten dürfen, eine reale Grundlage haben", merkte sie an.

Die KA-Präsidenten Christa Buzzi und Roman Fröhlich fordern alle für den niederösterreichischen Landtag kandidierenden Parteien auf, hier eindeutig Stellung zu beziehen: "Die Menschen in Niederösterreich haben ein Recht zu erfahren, ob die Parteien die Landesverfassung ernst nehmen oder jede noch so kleine Gelegenheit nützen, um den Beschluss zur Sonntagsruhe zu brechen."

Die geplante Sonderregelung sei weder vom Großteil der Geschäftsinhaber noch von den Handelsangestellten erwünscht, weist die Katholische Aktion beider Diözesen hin. Niederösterreich würde in erster Linie für unglückliche Familien und frustrierte UnternehmerInnen sorgen, heißt es in der Aussendung. Viele Familien müssten auf eine gemeinsame Freizeitgestaltung an den vier Juni-Sonntagen verzichten. Dieser Verzicht könne auch nicht durch finanzielle Zuschläge abgegolten werden, "denn soziale Beziehungen und Aktivitäten können nie mit Geld aufgewogen werden".

"Wir haben die Hoffnung, dass die niederösterreichischen Parteien nicht so geblendet sind von der EURO-Euphorie und den Tatsachen entsprechend sich gegen eine Sonntagsöffnung in Niederösterreich aussprechen", sagen die KA-Präsidenten der Erzdiözese Wien und der Diözese St. Pölten.