Jugendlichen in Krisen Perspektive geben

Für eine "Jugend mit Perspektive" möchten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der gleichnamigen Jugendnotschlafstelle "JUMP!"(Abk.) in St. Pölten-Viehofen einsetzen. Gottes Segen für das ambitionierte Projekt der St. Pöltner Emmausgemeinschaft erbaten Msgr. Dir. Wilfried Kreuth und die Stellvertreterin des evangelischen Superintendenten Mag. Roswitha Petz bei der offiziellen Eröffnung am 22. November. Die in zweierlei Hinsicht "jüngste" Emmaus-Einrichtung ist für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren (in Ausnahmefällen bis 21) gedacht, die durch traumatische Erlebnisse aus der Bahn geworfen wurden, oder auf Grund von Drogen-Erfahrungen und Abhängigkeiten nicht mehr alleine in der Lage sind, ihr Leben in den Griff zu bekommen. "Diesen Menschen wollen wir Quartier, Ansprache und Hilfe zuteil werden lassen", so der Leiters der Jugendnotschlafstelle, Sozialpädagoge Gernot Kulhanek.

Im Auftrag der NÖ Landesregierung wurde in einem angekauften Haus die Aufnahmekapazität für 12 Personen geschaffen. Die Notschlafstelle ist für Hilfesuchende aus dem Einzugsbereich St. Pölten Stadt und Land, sowie die angrenzenden Bezirke Lilienfeld, Melk, Krems, Tulln und Scheibbs konzipiert.

"Junge Menschen früher erreichen"

"In den vergangenen Jahren suchten und suchen immer mehr junge Burschen und Mädchen, die Drogen aller Art konsumieren, unser Tageszentrum und die Notschlafstelle für Männer am Kalvarienberg auf. Körperlich enorm geschädigt, sind diese jungen Erwachsenen schwer zu motivieren, ihr Leben anders zu gestalten", erläuterte Roland Hammerschmid, Pädagogischer Leiter der Emmausgemeinschaft, die Entstehungsgeschichte der Jugendnotschlafstelle.

Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Emmaus wäre der Wunsch entstanden, die jungen Menschen früher zu erreichen, "also schon ab 14 Jahren, wo die körperlichen Folgeschäden noch nicht so gravierend sind", so Hammerschmid. Von Seiten der NÖ Landesregierung wäre die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung ebenfalls formuliert worden. Bei der Ausschreibung wäre schließlich das Emmaus-Konzept zum Zug gekommen.

"Möglichkeit, sich selbst wieder zu finden"

Jungen Menschen solle bei JUMP! die Möglichkeit gegeben werden, sich selbst wieder zu finden, sagte LH-Stv. Liese Prokop bei der Eröffnungsfeier. Die Emmausgemeinschaft St. Pölten wäre auf Grund ihrer jahrelangen Erfahrung im Bereich der Obdachlosenfürsorge geradezu prädestiniert gewesen, dieses Projekt umzusetzen.

Landesrätin für Soziale Verwaltung, Christa Kranzl bezeichnete "JUMP!" als Bereicherung des Angebots der Emmausgemeinschaft und St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler unterstrich die Wichtigkeit solcher Projekte angesichts von Drogenproblematik und steigender Jugend-Langzeitarbeitslosigkeit.

Ökumenisches Segensgebet

Msgr. Dir. Wilfried Kreuth und die Stellvertreterin des evangelischen Superintendenten Mag. Roswitha Petz sprachen in einem ökumenischen Gebet Segensworte für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die zukünftigen Gäste der Einrichtung.

Für die musikalische Umrahmung des Eröffnungsaktes sorgte das Jugend-Blasorchester des Bundesrealgymnasiums Schulgasse aus St. Pölten. Den Namen der Notschlafstelle "JUMP!" wollten Schülerinnen der Sporthauptschule St. Pölten auch wörtlich verstanden wissen: Sie präsentierten zum Abschluss gekonnt akrobatische Einlagen mit Springschnüren.

JUMP! - Jugendnotschlafstelle, Austinstraße 46, 3107 St. Pölten; Öffnungszeiten: 19.00 bis 9.00 Uhr; Tel. +43 (0)2742 / 26 5 26 oder +43 (0)676 / 88 044 595; Web: http://www.emmaus.at/jump; E-mail: .