Jubiläen bei den über 500 Mesnern der Diözese St. Pölten

Über 160 Mesnerinnen und Mesner der Diözese St. Pölten feierten am 21. April das Fest ihres Patrons, des hl. Konrad von Parzham, in Maria Taferl. Gefeiert wurde auch der 70. Geburtstag von Bischofsvikar Prälat Dr. Josef Wansch, der seit 1969 geistlicher Assistent der Berufsgemeinschaft der Mesner in der Diözese St. Pölten ist. Prälat Wansch erinnerte in seiner Predigt in der Wallfahrtsbasilika an Franz Jägerstätter, der am Vortag 100 Jahre alt geworden wäre und in seiner Pfarre als Mesner tätig gewesen war. Da Jägerstätters Seligsprechung unmittelbar bevorstehe, bekämen die Mesner einen weiteren Patron und ein großes Vorbild, sagte Wansch.

Im Rahmen der Feier überreichte Leopold Mayer, Diözesanleiter der Berufsgemeinschaft der Mesner, dem Pfarrer von Maria Taferl, P. Helmut Hofmann, einen Scheck über € 2.200,-- für die laufende Renovierung der Basilika.

Jedes Jahr werden lang gediente Mesner geehrt für ihre treuen Dienste in den 424 Pfarren und insgesamt weit über 500 zu betreuenden Stätten, einschließlich Filialkirchen und Kapellen. Heuer bekam der 85-jährige Alois Dorninger das Silberne Ehrenzeichen für 25 Jahre Dienst als Mesner in der Pfarre Neumarkt an der Ybbs verliehen. Nach seiner Pensionierung als Schneidermeister hatte er dieses Amt 1982 übernommen. "Das ist eine klassische Mesnerkarriere", erklärt Michael Scholz vom Referat für Mesner im Pastoralamt der Diözese St. Pölten, "Viele suchen nach ihrer Pensionierung eine sinnvolle Tätigkeit in ihrer Pfarre. So ist gerade erst ein pensionierter Bürgermeister Mesner geworden."
Alois Dorninger hatte schon vor dem 2. Weltkrieg seinen zwei Brüdern geholfen, die beide als Mesner tätig gewesen waren. Seit 25 Jahren ist er nun "offiziell" Mesner, und erst vergangene Ostern das erste Mal krankheitsbedingt ausgefallen. Mit seinen 85 Jahren ist er noch rüstig genug, um vier Mal pro Woche die heilige Messe und zusätzlich alle Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse vorzubereiten und zu betreuen.

60 Jahre Mesner in Maria Taferl

Den Rekord an Dienstjahren hält der Altmesner von Maria Taferl selbst: Franz Permoser ist seit 1948 in der Wallfahrtsbasilika als Mesner tätig, wird also nächstes Jahr sein 60-Jahr-Jubiläum feiern können. Der heute 84-jährige ist damals mit seiner Verlobten nach Maria Taferl gekommen, "weil sie gerade einen Mesner gebraucht haben", erinnert sich Permoser. Sie heirateten, zogen in die erst halb eingerichtete Mesnerwohnung, und er selbst begann seinen Dienst sofort - "und das alles am selben Tag." Auf die Frage, ob es viel Arbeit für ihn war bei immerhin bis zu 1.400 Opferkerzen von Pilgern pro Tag, meint Permoser: "Früher hat man fast rund um die Uhr gearbeitet. Zuvor in der Landwirtschaft bin ich auch immer um 4 Uhr früh aufgestanden."

Als Mesner des bedeutendsten Wallfahrtsortes Niederösterreichs war Permoser bis zu seiner Pensionierung einer der wenigen hauptamtlichen Mesner. Seither arbeitet er ehrenamtlich, so wie die große Mehrheit der weit über 500 Mesnerinnen und Mesner der Diözese St. Pölten. 478 von ihnen sind Mitglieder in der Berufsgemeinschaft der Mesner, die auch Aus- und Weiterbildungen anbietet. 17 Teilnehmer waren es bei der letzten Ausbildung, der jüngste von ihnen war erst 16 Jahre alt.
Die Organisation des Mesnerdienstes hat sich in den letzten Jahren gewandelt, so Michael Scholz. War bisher in der Regel ein einziger Mesner für eine Kirche zuständig, so geht der Trend heute mehr zu Teams aus mehreren Mesnerinnen und Mesnern, "die im Radl arbeiten". Dadurch sei auch eine Verjüngung zu beobachten, da der Dienst dadurch auch für jüngere Menschen attraktiv werde, erklärt Scholz.