Ja zur Familie, ja zu Kindern

"Ja zur Ehe, ja zu Kindern" - unter diesem Motto startet Familienbischof DDr. Klaus Küng in der Diözese St. Pölten gemeinsam mit dem Land Niederösterreich ein Projekt, um Familien in ihren zunehmenden Herausforderungen zu stützen. Das Projekt wurde von der österreichischen Bischofskonferenz bei ihrer Herbsttagung im vergangenen Jahr im Heiligen Land beschlossen und soll österreichweit umgesetzt werden. Der für Familienfragen zuständige Referent in der Bischofskonferenz, DDr. Klaus Küng, hat diesen Beschluss und seine Umsetzung in einem Pressegespräch am 4. Februar in St. Pölten gemeinsam mit Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner bekannt gegeben. In der Bischofskonferenz habe sich bei Fragen über die Lösung der Probleme in Kirche und Gesellschaft immer wieder herausgestellt, dass dabei gerade der Familie eine zentrale Rolle zukomme.
"Wir wollen jungen Menschen die Ehe als Wert und als Weg der Zukunft verdeutlichen", sagte der Bischof. Jungen Menschen soll Mut für die Entscheidung zur Ehe zugesprochen wie auch "das Ja zu Kindern" gefördert werden. Darüber hinaus sei für junge Familien Weiterbildung notwendig, da gerade in den heutigen Verhältnissen ein neues Know-how für das Gelingen von Ehe, Familie und Erziehung notwendig sei.
In Kirche und Diözese gebe es bereits "zahlreiche, sehr verdienstvolle Einrichtungen, die der Familien gewidmet sind", unterstrich der Bischof. Das neue Projekt "christliche Familie" soll darüber hinaus "ein wertvoller Impuls für alle bestehenden" sein, betonte er.

Auch Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner betonte die Bedeutung der Familie für die Zukunft des Landes und der gesamten Gesellschaft. Sie bedauerte, dass die Scheidungsrate in den vergangenen Jahren von 30 Prozent auf 48,9 Prozent gestiegen sei. 2007 habe es in Niederösterreich 3.826 Scheidungen gegeben, bei denen 3.259 Kinder unter 18 Jahren betroffen waren.
Eine wichtige Initiative in der Familienpolitik sei, so die Familienlandesrätin, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Handlungsbedarf sei auch in Bezug auf die Erhöhung der Geburtenrate gefordert, die derzeit bei 1,46 liege. Hier müsse eine Trendumkehr eingeleitet werden, so Mikl-Leitner. Die Politik nehme ihre Pflichten und Verantwortung für die Familien wahr, unterstrich sie. Dies geschehe etwa durch Entlastungen und steuerliche Anreize. Eine positive Entwicklung in der Gesellschaft brauche intakte Familien, wies die Familienlandesrätin hin. Kinder brauchen Sicherheit, Kontinuität, Nestwärme und Vorbilder. Für die Stärkung der Familien werden vom Land Niederösterreich bereits Initiativen wie das NÖ-Partnerschaftstraining und die NÖ-Elternschule angeboten, wies Mikl-Leitner hin.

DI Robert Schmalzbauer ist Projektleiter dieser neuen Initiative, die ihr Büro vorerst in Mödling aufschlagen wird. Er möchte vor allem die bereits bestehenden Initiativen für die Familien vernetzen und bewährte Aktivitäten weiter entwickeln.
Verstärkt werde er sich der Aus- und Weiterbildung von Eltern annehmen und Seminare sowie Tage der Besinnung für jene anbieten, die eine Familie gründen wollen, sagte er beim Pressegespräch. "Bewährte Modelle von Akademien für Ehe und Familie" sollen für Niederösterreich adaptiert werden. Ehe- und familienbegleitende Maßnahmen wie Jungfamilienwochen, Ehefrauen- und Ehemännerwochenenden oder Kinderseminare sollen ebenfalls neu forciert werden.
Ein nächster Schritt wird die Gründung eines Vereines mit diesen Zielsetzungen in Niederösterreich sein.