Impulse zur Glaubenserneuerung

Mit Begegnungstagen starten das Dekanat Geras und die pastoralen Einrichtungen der Diözese in St. Pölten eine neue Initiative. Gemeinsam wollen sie vom 15. bis 22. Oktober neue Impulse für das religiöse Leben in den 23 Pfarren des Dekanates setzen. Damit will man auch auf die kommenden pastoralen Herausforderungen reagieren. Diese Begegnungen werden auf verschiedenen Ebenen stattfinden, erklärte der Direktor des Pastoralamtes, Msgr. Wilfried Kreuth bei einem Pressegespräch am 28. September im Stift Geras. Einerseits sollen die Pfarren untereinander näher zusammenrücken, da es in Zukunft nicht mehr möglich sein wird, alle liturgischen und pastoralen Angebote in jeder Pfarre anzubieten. Priester und Pastoralassistenten werden künftig in mehreren Pfarren tätig sein müssen, wie es etwa der Pfarrverband Geras-Langau schon zeigt. Andererseits soll die Zusammenarbeit zwischen den Pfarren und den pastoralen Einrichtungen der Diözese gestärkt werden. Darüber hinaus soll das Stift Geras wieder als zentrales und spirituelles Zentrum der Region wieder stärker ins Bewusstsein rücken. Schließlich gehe es im Grunde nicht um organisatorische Fragen, so Kreuth, sondern um Glaubenserneuerung.

Auf die derzeit etwas düstere Situation in den Pfarren des Dekanates Geras weist Dechant Mag. Andreas Brandtner hin. Es gebe eine kleinräumige Pfarrstruktur mit hoher Abwanderungsrate. So liege die Abwanderung der Jugend bei über 90 Prozent. In Langau habe es in den Jahren 1999 und 2006 nur je eine Geburt gegeben. Die Einwohnerzahl ist in den vergangenen Jahren von 1056 auf 650 geschrumpft. Nun soll "ein kräftiges Lebenszeichen der Kirche in unserer Region" erfolgen, das von der diözesanen Zentralstelle und den Pfarren selbst getragen wird, erhofft sich Dechant Brandtner. Die ersten Anzeichen dafür seien gut. Spontan hatten sich im Vorfeld der Aktion 19 der 23 Pfarren zur Mitarbeit bereit erklärt und beim letzten Informationsgespräch seien über 60 Vertreter aus diesen Pfarren anwesend gewesen.

Auf einzelne Veranstaltungen in der Woche der Begegnung vom 15. bis 22. Oktober wies der Präsident der Katholischen Aktion, Roman Fröhlich hin. Die Angebote reichen von Gottesdiensten, Meditationen und Diskussionen zu aktuellen Themen über Seniorennachmittage bis hin zum Festgottesdienst mit Bischof DDr. Klaus Küng in der Stiftskirche und einem Jugendtag im Stift Geras. "Sieben Vorträge befassen sich mit Glaubensfragen, sechs mit Kirche und kirchlichem Engagement, drei betreffen den gesellschaftlichen Bereich und drei sind allgemein gehalten", erklärte er.
Zudem werde es einzelne Aktionen geben, etwa ein "Pendlerfrühstück". Am Montag, dem 16. Oktober werden in den Bahnhöfen Göpfritz, Irnfritz und Hötzelsdorf alle Pendler zwischen 4 Uhr und 7 Uhr früh ein kleines Jausensackerl mit einer Einladung zu den Begegnungstagen erhalten. In einer "Tour de Geras" werden kirchliche Mitarbeiter mit dem Fahrrad durch die Ortschaften radeln, mit Leuten ins Gespräch kommen, Haushalte besuchen und die Bewohner zu Veranstaltungen einladen. In Göpfritz wird in dieser Woche täglich von 17.30 bis 22 Uhr am Gemeindehaus eine Freilicht-Großbildprojektion über das Sozialengagement der Kirche gezeigt. Der Generalsekretär der Katholischen Aktion, Dipl.-Geol. Axel Isenbart informierte abschließend über den Jugendtag im Stift Geras, der am Sonntag, dem 22. Oktober stattfindet. Nach einer Jugendmesse in der Stiftskirche und anschließender Agape wird es am Nachmittag einzelne Workshops, von Kochen, Trommeln und Mosaikarbeiten bis hin zu Outdoorprojekten, etwa Klettern, geben, aber auch eine "Zukunftswerkstatt zur Jugendarbeit im Dekanat".

Alle Bewohner des Dekanates werden zu den Veranstaltungen der Begegnungstage durch einen Informationsfolder an alle Haushalte eingeladen.

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