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Impulse des Weltjugendtreffens aufnehmen und fördern!

"Es waren beeindruckende Erlebnisse" bestätigte Diözesanbischof DDr. Klaus Küng nach seiner Rückkehr vom Weltjugendtreffen in Köln. Jugendliche hätten eine große Sehnsucht nach Gott, nach Orientierung und Heilung. Es sei eine wichtige Aufgabe, diese Bewegung von Jugendlichen zu stützen und zu bestärken. Mit Bischof Küng führten wir folgendes Gespräch:


Frage:
Herr Bischof, Sie waren eine Woche lang beim Weltjugendtreffen in Köln. Wie haben Sie diese Tage mit Jugendlichen aus aller Welt persönlich erlebt?


Bischof:
Es war beeindruckend. Zunächst einmal die große Zahl von Jugendlichen aus der ganzen Welt, die in Köln zusammengeströmt sind. Dann hat mich vor allem beeindruckt, wie die Jugendlichen mitgetan haben. Das hab ich bei den Katechesen erlebt, wo manchmal eine Stille eingetreten ist, die gezeigt hat, dass sie gut zugehört haben. Ich weiß von Priestern, die dabei waren, dass viele Jugendliche auch die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch genützt haben. Ganz besonders schön war das Österreichtreffen in der übervollen Kirche in Düsseldorf, an dem die meisten teilgenommen haben mit einer sehr herzliche Atmosphäre, die von einer großen Offenheit geprägt war. Und es war vor allem der Gottesdienst mit dem Papst, mit einer unbeschreibbaren Atmosphäre mit dem Charakter der Weltkirche, mit 800 Bischöfen, 10.000 Priestern, 80 Kardinälen und einer Million Gläubigen am Platz. Der Papst hat dabei ganz konkrete Punkte angesprochen und ich habe nur fröhliche Gesichter bei den Jugendlichen gesehen.


Frage:
Heißt das, dass bei all den Begegnungen, Konzerten und gemeinsamen Feiern doch das Motto "Wir sind gekommen, um ihn anzubeten", spürbar war?


Bischof:
Das Motto war sozusagen der rote Faden, der sich vom Anfang bis zum Ende durchgezogen hat. Damit verbunden war eine echte Suche nach Christus, auch ganz persönlich, und das gibt Hoffnung.


Frage:
Mit einer Million Teilnehmern vor Ort und 250 Millionen vor dem Bildschirm war das Weltjugendtreffen ein gewaltiger Event. Kann dieses Ereignis auch den Weg nach innen, in die Herzen finden?


Bischof:
Das kann man sicher nicht so leicht beurteilen. Ich sehe diese Jugendtreffen aufgrund der 20-jährigen Erfahrung als Wegstationen an; Köln war so eine Wegstation einer Entwicklung, die schon länger in Gang ist.
Ich habe den Eindruck, dass bei vielen Menschen, insbesondere bei Jugendlichen, eine große Sehnsucht vorhanden ist nach dem, was erfüllen kann, nach Gott, nach einem Halt, nach Orientierung und nach Heilung.


Frage:
Der Papst hat deutliche Worte gesprochen, er hat eine radikale Christusnachfolge verlangt. Hat man den Eindruck, dass die Jugend die Tragweite der Worte auch verstanden hat?


Bischof:
Ich habe den Eindruck, dass viele Jugendliche irgendwo merken: da wird uns gesagt, was wahr ist, da wird uns Wahres gesagt. Das bewirkt, so denk ich, eine ganz wesentliche Akzentsetzung, die sich, so hoffe ich, auch im täglichen Leben auswirken wird.


Frage:
Welche Impulse, glauben Sie, werden von diesem Weltjugendtreffen bleiben?


Bischof:
Es gibt schon Ansätze in fast jedem Land. Auch bei uns gibt es Gruppen Jugendlicher, die diese Anliegen seit längerem wahrnehmen und zum Teil auch diesmal wahrgenommen haben. Es ist ein Prozess. Die Jugendlichen sind vom Papst am Ende des Gottesdienstes stark ermutigt worden, die Verantwortung, die ihnen aufgetragen ist zu erkennen und in der Gesellschaft missionarisch zu wirken. Ich sehe es als Bischof als wichtige Aufgabe an, diese Bewegungen von Jugendlichen zu stützen und zu bestärken. Ich habe die Hoffnung, dass sich dadurch bei der Jugend auch ein neues Pfingsten ereignen kann.
Die Impulse durch die Weltjugendtage, die aufgenommen wurden, müssen gefördert werden, damit sie mehr Jugendliche ergreifen. Daraus kann dann auch eine Erneuerung der Kirche erwachsen.


Redaktion:
Herr Bischof, Danke für das Gespräch!