"Hunger ist ein Skandal, der zum Himmel schreit!"

18.000 Kinder, die täglich buchstäblich an "nichts" sterben, seien ein "stiller Skandal, der gleichzeitig zum Himmel schreit", sagte Mag. Friedrich Schuhböck, Caritasdirektor der Diözese St. Pölten zum Start der diesjährigen Augustsammlung der Caritas-Auslandshilfe am 2. August. 18.000 Kinder, das ist die Bevölkerung von ganz Amstetten oder Krems, das sind 270 Schulklassen Kinder, die täglich an Hunger sterben.

Angesichts der Überflussgesellschaft, in der wir leben, sei es "zynisch wenn Kinder an Unterernährung krepieren", betonte Schuhböck. Einerseits werde bei uns nachgedacht, wie wir unseren Überschuss an Nahrungsmitteln möglichst kostengünstig vernichten können, auf der anderen Seite seien fast 854 Millionen Menschen weltweit chronisch unterernährt, so Schuhböck.
Der Caritasdirektor appellierte auch an die Bundesregierung, die Entwicklungshilfe zu erhöhen, die sich "ohnehin nur im Promillebereich des Bruttoinlandsproduktes bewegt", und zumindest den Standards der EU anzupassen. Die Länder der Dritten Welt zahlten immer noch mehr Geld für Zinsen an die reichen Länder, als sie an Entwicklungshilfe bekämen, erklärte Schuhböck.

"Geld in Leben umsetzen"

Weltweit würden 1,2 Billionen Euro pro Jahr ausgegeben "um Menschen durch Kriegsmaschinierie zu töten", die Caritas wolle hingegen "Geld in Leben umsetzen", so Schuhböck. Durch die Augustsammlung ist es der Caritas möglich, in ausgewählten Schwerpunktländern langfristig zu helfen. Die Caritas St. Pölten engagiert sich seit mehr als einem Jahrzehnt im Senegal und in Pakistan.
Im Ostsenegal konnte der Bildungszugang von Kindern und Frauen kontinuierlich verbessert werden. In 45 Dörfern in neun Regionen wurden Frauengruppen gegründet, um die Sozialstrukturen in den Dörfern zu stärken und die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. "Die Menschen leben ausschließlich von dem, was sie selbst anbauen", so Lukas Steinwendtner, Leiter der Caritas Auslandshilfe der Diözese St. Pölten: "Eine Missernte ist bereits Existenz bedrohend."

"Bildung ist die Basis von Entwicklung", betonte Dr. Constance Mbaye, die Leiterin des Frauenförderungsprogramms "Profemme" im Senegal. Durch die Schulungen von "Profemme" sind die Frauen besser organisiert und verwalten selbständig die Gesundheitsstationen. Die Errichtung von Getreidespeichern und Getreidemühlen in zentralen Dörfern erleichtert die Arbeit der Frauen, wodurch mehr Mädchen zu Schule gehen können. Die Frauen sind außerdem durch Alphabetisierungskurse gestärkt und dadurch auch motiviert, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Zurzeit errichtet die Caritas St. Pölten im Ostsenegal neun Gesundheitsstationen, um die lokale ärztliche Erstversorgung in diesen Regionen gewährleisten zu können.
In Pakistan unterstützt die Caritas St. Pölten langfristige Programme zur Rückführung afghanischer Flüchtlinge, zur Verbesserung der Lebensbedingungen und Zukunftschancen von Slumbewohnern und zur Förderung von Frauen.

Jede Spende hilft direkt vor Ort

Die Augustsammlung wird heuer bereits zum 35. Mal von der Caritas und der Katholischen Männerbewegung (KMB) durchgeführt. Sie ist eine der wichtigsten österreichweiten Spenden-Kampagnen für die Armutsregionen der Welt, insbesondere für Afrika. Da die August-Kampagne vom ORF, durch die kostenlose Schaltung von Werbespots, und von vielen anderen Medien und Unternehmen wie der Ybbsitzer Firma Riess unterstützt wird, kommen die Spenden zur Gänze direkt den Bedürftigen zu Gute. Die Administration läuft über bestehende Einrichtungen der Diözese, die aus Mitteln des Kirchenbeitrages finanziert werden, daher komme "jeder Euro und jeder Cent direkt zu unseren Projekten", unterstrich Caritasdirektor Schuhböck. "Jede Spende hilft, jeder kleine Betrag hilft", sagte auch Lukas Steinwendtner von der Caritas Auslandshilfe. Durch Kontakte vor Ort komme "jede Hilfe direkt in die Dörfer".

Symbol der heurigen Kampagne ist ein leerer Blechteller (zur Verfügung gestellt von der Firma Riess), welcher Hunger und Not in den Entwicklungsländern verdeutlichen soll.

NÖ Bevölkerung spendete im Vorjahr € 635.125,-

Caritas und KMB danken allen Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern für die großzügige Unterstützung der Augustsammlung 2006. In der Diözese St. Pölten wurde im Vorjahr die beachtliche Spendensumme von € 258.715,-- aufgebracht, im Niederösterreichteil der Erzdiözese Wien € 376.410,--. Die Organisatoren hoffen heuer auf ein ebenso gutes Ergebnis. Ein wichtiges Standbein der Kampagne ist die Sammlung in den Pfarren, die von der KMB durchgeführt wird.

Spenden unter dem Kennwort "Augustsammlung" auf das Kto. Nr. 76.000, RAIBA St. Pölten, BLZ 32585
Erlagscheine liegen in allen Banken und Postämtern auf. Mit Kreditkarten kann man online unter Caritas oder Meinespende spenden.
Weitere Projektinformationen: Caritas St. Pölten