Hunderte Menschen nahmen Abschied von Dir. Kreuth

Hunderte Menschen, unter ihnen zahlreiche Priester, Ordensleute, Diakone, Pastoralassistenten und Mitarbeiter der Diözese haben am Mittwoch, dem 14. Mai im Dom zu St. Pölten Abschied vom Direktor des Pastoralamtes, Msgr. Wilfried Kreuth genommen. Dir. Kreuth ist am 7. Mai nach kurzer Krankheit, im 64. Lebensjahr und 41. Jahr seines Priestertums unerwartet verstorben. Die Gedenkmesse im Dom feierte Bischof DDr. Klaus Küng mit den Weihbischöfen Dr. Anton Leichtfried und Dr. Heinrich Fasching sowie dem gesamten Domkapitel und den Vertretern der Pastoralamtsleiter Österreichs, Dr. Heinrich Schnuderl und Balthasar Sieberer. Anwesend waren zahlreiche Vertreter der Ordengemeinschaften sowie des öffentlichen und politischen Lebens. Von der evangelischen Kirche nahm Superintendent Mag. Paul Weiland am Abschiedsgottesdienst teil.

"Für uns ist sein Tod schwer fassbar", sagte Bischof DDr. Klaus Küng in seinen Worten. Wilfried Kreuth erhielt bereits mit 23 Jahren die Priesterweihe. "Er war ein humorvoller Priester mit angenehmen Umgang und einfachen Formen", sagte der Bischof. Nach den Kaplansjahren war Kreuth 17 Jahre lang Pfarrer in Purgstall, einem Ort, dem er zeitlebens verbunden blieb. In seiner "St. Pöltner Zeit", als er "in kritischer Situation" 1993 stellvertretender Direktor der Diözesanfinanzkammer, Dompfarrer und 1996 Direktor des Pastoralamtes wurde, hab er "seine wahre Größe bewiesen", sagte der Bischof. Er war "ein Mensch des Friedens, der stets das Gespräch suchte und darauf verzichtete, als Gewinner hervorzugehen". Dennoch habe er komplexe Situationen mit Klarheit erfasst.
Kreuth sei ein beliebter Zelebrant bei Schulgottesdiensten gewesen, wies der Bischof hin. Er hatte die Fähigkeit, die Seelen der Kinder anzusprechen und habe sich selbst nie in den Mittelpunkt gestellt. In kurzen Worten konnte er den wesentlichen Sinn einer Schriftstelle erklären. "Wilfried Kreuth war kein Mann von großen Worten. Er liebte die Kirche, litt unter den Fehlern der Menschen, er betete viel und wollte immer das Beste", skizzierte der Bischof dessen Vermächtnis. "Bewahren wir sein Leben in unserem Gedächtnis und versuchen wir, den Weg fortzusetzen, den er gegangen ist."

Die Kirche von Purgstall war am Begräbnistag, dem 15. Mai, bis auf den letzten Platz gefüllt. Zahlreiche Priester, Diakone, Pastoralassistenten sowie Mitarbeiter im Pastoralamt und der Katholischen Aktion begleiteten Wilfried Kreuth auf seinem letzten Weg. Unter den Trauergästen auch Landerat Josef Plank und der Linzer Pastoralamtsleiter Willi Viehböck. Die Musikkapelle und zahlreiche weitere Vereine des Ortes trauerten um ihren ehemaligen Seelsorger.

In seiner Predigt beim Requiem gedachte Weihbischof Dr. Anton Leichtfried, der aus Purgstall stammt, wo Wilfried Kreuth 17 Jahre lang als Pfarrer gewirkt hatte, seiner persönlichen Begegnungen mit ihm. "Ab dem 10. Lebensjahr, als Seminarist, hat er mich auf meinem Weg begleitet", erinnerte er sich. Nach jedem Gottesdienst waren die Seminaristen im Pfarrhof zum Frühstück geladen. "Er war mir ein stiller, aber ständiger Begleiter auf meinem Weg zum Priestertum", erzählt der junge Weihbischof. Kreuth hatte die Gabe, "die Schwelle zum Pfarrhof so niedrig zu halten, dass ich immer gern gekommen bin". Wilfried Kreuth sei stets "ein geselliger, gastfreundlicher und lustiger Mensch" gewesen, was sich auch in seiner Arbeit und als Seelsorger niedergeschlagen habe, betonte Weihbischof Leichtfried.