Humans - spirits - funs. Studientag zur Jugendpastoral

"Spirits", "Humans" und "Funs" - diese drei Grundtypen Jugendlicher fand eine Studie der Diözese Rottenburg-Stuttgart über engagierte Jugendliche in der Kirche heraus. Die einen suchen eine Weiterentwicklung ihres Glaubens, die anderen Engagement und die dritten haben Interesse an Freizeit- und Gemeinschaftsangeboten. Was motiviert Jugendliche, sich in kirchlicher Jugendarbeit zu engagieren und welche Typen Jugendlicher werden von der kirchlichen Jugendarbeit angesprochen? Solchen und weiteren Fragen gingen 25 haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen der kirchlichen Jugendarbeit und einige Priester bei einem Studientag zur Jugendarbeit im Bildungshaus St. Benedikt in Seitenstetten nach.

Der Religionssoziologe Prof. DDr. Michael Ebertz aus der Kath. Fachhochschule Freiburg und Privatdozent an der Universität Konstanz stellte eine Studie aus dem Bistum Rottenburg-Stuttgart vor, in der Jugendliche aus der kirchlichen Jugendarbeit nach ihren Interessen, Werten und ihrer Motivation für ihr Engagement und ihre Erfahrungen mit Kirche befragt wurden. Aus dieser Befragung lassen sich drei Grundtypen oder Milieus von Jugendlichen innerhalb der kirchlichen Jugendarbeit herausfiltern.

Die "Spirits" sind vor allem an einer individuellen Ausübung und Weiterentwicklung ihres Glaubens interessiert. Die "Humans", haben vor allem Interesse am Engagement für Andere, und das aus religiöser Motivation heraus - und schließlich die "Funs", die vor allem ihr Unteresse an Freizeit und an Gemeinschaft in der kirchlichen Jugendarbeit suchen und finden. Zusammengefasst könnte man sagen, dass alle drei Typen mehr oder weniger am Ideal der Gottesliebe, der Nächstenliebe oder der Selbstliebe orientiert seien, so Ebertz. Aus diesen Erkenntnissen entwickelte Prof. Ebertz einige Thesen um kirchliche Jugendarbeit besser diesem differenzierten Bild anzupassen. Ebertz plädierte einerseits für mehr Differenzierung im kirchlichen Angebot, um den unterschiedlichen Erwartungen entgegen zu kommen, andererseits aber auch darauf zu achten, Einseitigkeiten behutsam entgegen zu wirken und auf die Fülle der christlichen Botschaft aufmerksam zu machen. Sie sei nur in einer Einheit von Gottes- Nächsten- und Selbstliebe zu finden.

Weitere Schlussfolgerungen sind, dass Jugendliche sich sehr viel von Kirche erwarten und sich vermehrt Elemente der Jugendkultur in ihren kirchlichen Vollzügen wünschen. Jugendliche erwarten sich auch geschützte Räume innerhalb der Kirche und Menschen, die sie begleiten, unterstützen aber nicht bevormunden.
Aus dem Vortrag und den folgenden Gruppengesprächen wollen die anwesenden Jugendleiter kritisch hinterfragt und gemeinsam neue innovative Ansätze und Ideen überlegen.