Hoffnung auf eine andere Welt

"Christen geben Hoffnung für eine andere Welt", betonte der Sozialwissenschaftler und Journalist Dr. Leo Gabriel beim "Sozialstammtisch" der Betriebsseelsorge St. Pölten und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) kürzlich im Betriebsseelsorgezentrum St. Pölten. Er sprach dabei über seine Erfahrungen beim Weltsozialforum in Porto Alegre in Brasilien. "Alle 15 Minuten stürzt - symbolisch gesprochen - ein Jumbo-Jet mit Kindern ab. Jede Sekunde sterben drei Kinder an Hunger", betonte Gabriel. Auf der anderen Seite wächst der Widerstand gegen diese Art der neoliberalen Globalisierung.
Beim Weltsozialforum im Jänner 2005 gab es ein zum ersten Mal ein Treffen der "Befreiungstheologen. Christinnen und Christen sowie Menschen anderer Weltreligionen spielen bei diesem weltweiten Engagement für Gerechtigkeit und Frieden eine wichtige Rolle: "Wer glaubt, die Befreiungstheologie sei am Ende, wurde in Porto Alegre eines Besseren belehrt: die Befreiungstheologie lebt in zahlreichen Basisgemeinden in Lateinamerika weiter. Viele große Organisationen wie zum Beispiel die "Bewegung der Landlosen" sind in Basisgemeinden entstanden. Christinnen und Christen bringen das Ferment der Hoffnung in diese Bewegungen ein - wie das Salz in der Suppe", so Leo Gabriel.


Als Möglichkeiten zum globalisierungskritischen Engagement nannte Dr. Gabriel das Austrian Social Forum, die geplante Demonstration gegen Neoliberalismus und Krieg am 19. März in Wien, bei der auch der Amstettner Betriebsseelsorger Franz Sieder sprechen wird, und die Vorbereitungen von Nichtregierungsorganisationen und Initiativen für Aktionen zum EU-Lateinamerika-Gipfel im Mai des nächsten Jahres in Wien.