Hilfe zum Überleben

Die Lage in der zerstörten Stadt Bam im Iran wird für die Überlebenden immer dramatischer. Es fehlt an Nahrung, Schutz vor Kälte und Regen und an Medikamenten. Unter den internationalen Hilfsorganisationen ist auch die Caritas vor Ort. Bis Mitte Jänner macht sich Romana Klär von der Caritas Österreich ein Bild von der Lage, um die Hilfe aus Österreich wirksam einzusetzen. "Das wirtschaftliche Leben ist hier genauso zusammengebrochen wie die Wünsche und Hoffnungen der Menschen. Sie haben nichts mehr", schildert sie die derzeitige Situation.
Die Tragödie von Bam ist für die Überlebenden kaum auszuhalten. Wie erstarrt sitzen Menschen vor ihren Zelten und blicken stumm auf die Trümmer ihrer einstigen Wohnungen und Häuser. Sie haben Hab und Gut verloren, die Arbeit von Jahrzehnten. Kaum jemand wurde verschont, fast jede Familie hat Tote und Verwundete zu beklagen: Vater, Mutter, Geschwister, Kinder und Enkel. Unter die Trauer mischt sich Hunger: viele haben seit einer Woche nichts mehr gegessen.
Wer Geld hat oder Verwandte in einer nahe gelegenen Stadt, hat Bam bereits verlassen. Die Ärmsten müssen bleiben. Unter ihnen tausende Flüchtlinge aus dem benachbarten Afghanistan. Sie haben nichts und können nur auf Hilfe von außen hoffen: Essen und Wasser zum Überleben, Kleidung und warme Decken gegen die Kälte, Schutz vor dem kommenden Regen. Sogar Töpfe, Schüsseln, Becher und Teller sind Mangelware.

Caritas hilft
Die lokalen und internationalen Hilfsorganisationen bemühen sich, dass die Menschen wenigstens überleben und wieder einen Funken Hoffnung bekommen. So hat die Caritas Österreich bereits in den ersten Tagen 590 Zelten, 2.000 Koch-Sets und 9.000 Hygiene-Sets verteilt. Nun geht es regelrecht ums Überleben: Wasser, Reis, Öl, Zucker und Konserven werden dringend benötigt. Und vor der kommenden Regenzeit brauchen die Menschen feste und wasserdichte Unterkünfte.
Die Caritas St. Pölten stellte 50.000 Euro zur Verfügung, mit denen tausende Menschen die nächsten Wochen überleben können. Darüber hinaus sollen Containerhäuser Schutz vor Regen, Wind und Kälte bieten, bis die Stadt wieder aufgebaut wird. Zehn solcher Häuser werden von St. Pölten aus finanziert.

Die Caritas bittet um Spenden. Erlagscheine liegen in den Pfarren und Raiffeisenbanken auf. Konto 76.000, BLZ 32.585. Kennwort: Erdbebenhilfe Iran.