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"Heute roth - morgen todt!"

Der Tod ist in der Kunst und Literatur vergangener Jahrhunderte fast allgegenwärtig. Kriege, Hungersnöte, Pest und andere Seuchen ließen oft ganze Landstriche beinahe entvölkert zurück. Eine Ausstellung im Bildungshaus St. Hippolyt über den Tod und das Sterben, bis 9. November. Auch in früheren Zeiten lebten viele mit der unbekümmerten Einstellung: "Der Tod geht mich nichts an" - und zugleich blühte gerade in diesen Zeiten äußerster Not die "ars moriendi", die "Kunst des Sterbens". Sie umfasst Schritte vom Erkennen der Unabwendbarkeit des Todes über den inneren Kampf bis zum Sich-Fügen, zur Annahme des Todes als Erlösung.


Ausgehend von Beispielen aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit haben Grazer Studenten der Sprachwissenschaft "Resonanzfelder" in der heutigen Zeit gesucht - von Euphemismen, die die harte Wirklichkeit des Todes sprachlich beschönigen, bis hin zu Terrorismus, Massensterben, Euthanasie, Selbstmord und der heutigen Sterbekultur. Nicht zuletzt trugen sie an die 700 Wendungen zusammen, mit denen heute "sterben" und "gestorben sein" umschrieben wird. Ihre Erkenntnisse spiegeln sich auf 13 Ausstellungstafeln wider, die vor allem jüngere Menschen ansprechen wollen, wie der für die Gestaltung der Ausstellung "Heute roth - morgen todt!" verantwortliche Univ.-Prof. Wernfried Hofmeister bei der Eröffnung der Ausstellung im Bildungshaus St. Hippolyt betonte.
Zu sehen ist die Ausstellung "Heute roth - morgen todt!" in St. Pölten bis 9. November im Bildungshaus St. Hippolyt während der Öffnungszeiten.
LS