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Heimatdiözese St. Pölten trauert um Kardinal Franz König

Tiefe Betroffenheit löste die Nachricht vom Tod des Wiener Alterzbischofs in seiner niederösterreichischen Heimat aus. Nach seiner Priesterweihe wirkte er durch 23 Jahre als Priester und Bischof-Koadjutor in der Diözese. Auch nach seiner Berufung nach Wien blieb er seiner Heimat, besonders den Orten seines priesterlichen Wirkens freundschaftlich verbunden. Noch am 11. Februar leitete er im Dom die Begräbnisfeierlichkeiten für Altbischof Dr. Franz Zak. Kindheit im Pielachtal
Kardinal DDr. Franz König wurde am 3. August 1905 als ältester Sohn einer Bauernfamilie in Warth in der Pfarre Rabenstein an der Pielach in der Diözese St. Pölten geboren,, wo er auch in der dortigen Pfarrkirche am 5. August getauft wurde. Nach der Volksschule besuchte er das Stiftsgymnasium der Benediktiner in Melk, wo er 1927 mit Auszeichnung maturierte.


Studium in Rom
Ab Herbst 1927 studierte er in Rom Philosophie und Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana, sowie altpersische Religion und Sprachen an der Orientalistischen Fakultät des Päpstlichen Bibelinstitutes. 1930 wurde er zum Dr. phil. promoviert und am 29. Oktober 1933 in Rom zum Priester geweiht.


Kaplansjahre im Wald- und Mostviertel
Von 1934 bis 1937 war er in seiner Heimatdiözese als Kaplan in den Pfarren Altpölla, Neuhofen an der Ybbs, St. Valentin und Scheibbs in der praktischen Seelsorge an der Basis tätig. In dieser Zeit vollendete er auch seine theologischen Studien und wurde 1936 zum Dr. theol. promoviert.


Jugendseelsorger während der Nazi-Zeit
Ab 1938 war König Domkurat in St. Pölten und Jugendseelsorger der Diözese. Ein besonderes Anliegen war ihm die Kriegsgefangenenseelsorge, bei der ihm seine Russischkenntnisse sehr hilfreich waren. Von den Jugendlichen "King" genannt, hat er die katholische Jugendarbeit der Kriegszeit unter großem persönlichen Einsatz mitgetragen und so viele spätere hohe Laienfunktionäre in ihrem Engagement geprägt und gestärkt.


Anerkannter Wissenschafter
1945 wurde er Religionsprofessor in Krems und habilitierte sich in Wien als Privatdozent für Religionswissenschaften im Rahmen des Faches der alttestamentlichen Wissenschaften. König galt als einer der besten Kenner der Ideenwelt der altiranischen Religion des Zarathustra.
1948 erfolgte die Berufung als außerordentlicher Professor für Moraltheologie nach Salzburg. Hier leistete er die Hauptarbeit an dem großen religionsgeschichtlichen Werk "Christus und die Religionen der Erde" (1951), das als Standardwerk der Religionswissenschaft angesehen wird und viele Auflagen erlebte.


Bischof-Koadjutor in St. Pölten
Am 31. Mai 1952 ernannte Papst Pius XII. König zum Titularbischof von Livias und Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge des St. Pöltener Bischofs Michael Memelauer. Am 31. August 1952 erfolgte die Bischofsweihe im Dom zu St. Pölten durch Bischof Michael Memelauer. Im Herbst desselben Jahres wurde er von den österreichischen Bischöfen zum Referenten für Jugendfragen gewählt.
Am 10. Mai 1956, sieben Monate nach dem Tod Kardinal Theodor Innitzers, ernannte ihn Papst Pius XII. zum Erzbischof von Wien, wo er am 17. Juni im hohen Dom zu St. Stephan inthronisiert wurde.


Der Heimat immer verbunden
Nicht nur als Metropolit, sondern auch in vielen persönlichen Kontakten blieb Kardinal König über die Jahrzehnte seiner Heimatdiözese verbunden. Noch am 11. Februar 2004 leitete er im Dom zu St. Pölten als Hauptzelebrant die Begräbnisfeierlichkeiten für den langjährigen Diözesanbischof Dr. Franz Zak, der ihm 1956 als Bischof-Koadjutor nachgefolgt war.