"Größte Baumaßnahme für das Stift seit dem Barock"

"Es ist die größte Baumaßnahme seit dem barocken Neubau im Jahre 1714". So Propst Maximilian Fürnsinn über die laufende Restaurierung des Stiftes Herzogenburg, die bereits vor acht Jahren begonnen hat. "Weitere vier Jahre sind noch geplant", weist er hin und unterstreicht, dass dadurch in jeder Bausaison 70 Personen mit Restaurierungsarbeiten beschäftigt sind - "ein Arbeitsschub, der sich sehen lassen kann". In den vergangenen acht Jahren wurden die Außenfassaden des Stiftes, die Fassaden des Innenhofes, der barocke Prälatengarten und der Obstgarten saniert. Im inneren Bereich wurden der Festsaal, die Chorkapelle, die Bibliothek, große Teile der Gänge und der Gartensaal (Sala terrena), der direkt zum Barockgarten führt, auf neuen Glanz gebracht. Die Bibliothek, die derzeit fertig gestellt wird, enthält äußerst wertvolle Stücke, unter anderem auch den einzig erhaltenen handgeschriebenen Brief von Martin Luther.

Von den insgesamt veranschlagten acht Millionen Euro für die Gesamtsanierung wurden bisher etwa sechs Millionen aufgewendet. In diesem Jahr wir der Vorbau an der Nordseite des Stiftes saniert und der Innenhof erneuert und befestigt. Auch der Platz vor der Nordeinfahrt soll völlig neu gestaltet werden. Ab 2009 stehen dann die Fassaden des Emmerichshofes neben der Kirche auf dem Programm sowie die Restaurierung der Prälatenstiege und des Prälatenganges.
Die Kosten der Gesamtrenovierung sind etwa zu einem Drittel von Bund, zu einem weiteren Drittel vom Land und zum letzten drittel von Stift und Gemeinde getragen.

Bis zum Jubiläumsjahr 2012, in dem das Stift sein 900-jähriges Bestehen begeht, soll der gesamte Komplex - mit Ausnahme der Stiftskirche - restauriert sein. Das Kloster wurde 1112 von Bischof Ulrich von Passau an der Donau bei Traismauer gegründet und wegen der häufigen Überschwemmungen im Jahr 1244 nach Herzogenburg verlegt. Das Kloster selbst ist in seiner langen Geschichte niemals aufgehoben worden und hatte ununterbrochen Bestand. Derzeit plant das Stift auch die Errichtung einer einfachen Pilgerherberge, um Pilger des österreichischen Jakobswegs, der an Herzogenburg vorbeiführt, aufnehmen zu können. "Dies wird eine große Bereicherung für das Stift", meint Maximilian Fürnsinn.