Globalisierung braucht faire Handelsbeziehungen

Zu wenig Energie bei der Durchsetzung fairer Handelsbeziehungen auf internationaler Ebene bescheinigt der Präsident des Ökosozialen Forums Europa und ehemalige Vizekanzler DI Josef Riegler der Europäischen Union beim "Mostviertler Bauerntag" der Katholischen Männerbewegung am 11. Februar im Stift Seitenstetten.

Unterschiedliche Kulturen und Lebensformen

Entweder gelinge es, das derzeitige Welthandelssystem als faires System zu entwickeln oder es werde unweigerlich zusammenbrechen, prognostizierte Riegler. Bei den Handelsbeziehungen müssen auch die unterschiedlichen Kulturen und Lebensformen akzeptiert werden, wies er in seinen Ausführungen hin. Es gehe nicht an, so Riegler, dass Länder, die sich für genfreie Nahrungsmitteln entschieden haben, im Namen der freien Marktwirtschaft gezwungen werden, gentechnisch manipulierte Produkte importieren zu müssen.
Eine faire Form von Globalisierung bedürfe aber gleicher Bedingungen, sagte der Präsident des Ökosozialen Forums. Derzeit konzentriere sich der Welthandel nur auf den freien Markt und werde einzig von der Ideologie des Neoliberalismus dominiert. Dieser Tendenz stellte Riegler als Alternative eine internationale soziale ökologische Marktwirtschaft gegenüber. Die durchzusetzen bedürfe noch viel Bewusstseinsbildung, neuer Ideen und Strategien. Dabei seien auch die Kirchen gefordert.

Gegenstrategien gefordert

Die Bauernschaft ist heute wieder herausgefordert, eigenständige Gegenstrategien zu entwerfen, betonte Riegler und stellte vier Denkansätze vor. Dies seien, die regionalen Kreisläufe durch Kooperationen im ländlichen Raumj zu stärken, neue positive politische Impulse durch Betroffenheit zu erzeugen, die bäuerlichen Werte zu leben und sich für eine gerechte Globalisierung einzusetzen.
Es müsse eine Form von Globalisierung möglich sein, von der alle etwas haben, die ärmeren Länder gerechtere Entwicklungschancen und die reicheren, dass sie dabei nichts verlieren. Es gehe dabei nicht nur um ökonomische Interessen, sondern um den globalen Frieden, sagte Riegler.

Die Patrone Europas

Bereits am Vormittag sprach der Geistliche Assistent der Karth. Männerbewegung, Dechant KR Richard Jindra, über die Bedeutung der Patrone für Europa. Neben Benedikt zählen auch die Heiligen des Slawenmission, Cyrill und Method, zu den Patronen Europas, weiters die heiligen Frauen Birgitta von Schweden, Katharina von Siena und Edith Stein.
Diese Heiligen seien zwar Kinder ihrer Zeit, haben aber auch den heutigen Menschen im wieder neu zusammenwachsenden Europa einiges zu sagen. So zeigten Cyrill und Method in ihrem Leben die Ehrfurcht vor anderen Menschen und anderen Sprachen auf, Birgitta von Schweden den Wert der Familie und das engagierte Auftreten gegen Unrecht und Verschwendung, Katharina das Vertrauen, dass letztlich das Gute siegt und Edith Stein, dass man die Suche nach Gott nie aufgeben dürfe.