Glauben ist heute dringender denn je

Für niemanden sei es leicht, dem Geheimnis der Menschwerdung Gottes näher zu kommen, sagte Bischof DDr. Klaus Küng bei der Weihnachtsmesse am Christtag, dem 25. Dezember im Dom zu St. Pölten. In der heutigen Zeit sei es einerseits schwieriger geworden zu glauben und andererseits dringender denn je, betonte der Bischof.

Die Predigt im WortlautEs sei heute schwieriger geworden an Gott zu glauben, weil im modernen Lebensstil Tag für Tag viele Bilder, Nachrichten und Eindrücke auf den Menschen einwirken. Auch der moderne Lebensrhythmus fessle den Menschen, wies der Bischof hin. Das Konsumverhalten lasse kaum Zeit zum Nachdenken und viele Menschen würden ihre tieferen Sehnsüchte mit Irdischem sättigen, sagte er. In einer solchen Situation könne der Glaube nur schwer erwachen.

Doch mitten im Wohlstand und der erlebten Freizügigkeit erfahren viele Menschen eine innere Leere und eine wachsende Unzufriedenheit, die tief im Herzen liege. Viele halten wieder nach neuen Perspektiven, auch religiöser Art, Ausschau.

Der Bischof rief alle Anwesenden auf, Weihnachten ganz bewusst zu feiern: "Es ist das Fest, das wie kein anderes die Nähe Gottes bewusst macht. Ein Weg wird uns eröffnet - das wahre Licht, das die Menschen erleuchtet, kam in die Welt". Durch diese Weihnachten könne auch die Blindheit für Gott, das Geblendet-sein durch viele Bilder, die auf die Menschen einwirken, überwunden werden. Dies sei aber nur möglich, wenn man sein Leben neu ordne und für Gott Platz schaffe. "Vielleicht könnten wir in unserem eigenen Herzen eine Krippe aufstellen, indem wir uns für Gottesdienst, für Gebet und insbesondere auch für jene, die an unserer Seite sind, Zeit nehmen", sagte der Bischof.

Die Predigt im Wortlaut