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Glaube und Leben gehören zusammen

"Glaubenshilfe muss auch Lebenshilfe sein" stellte Caritasdirektor Mag. Friedrich Schuhböck zur Eröffnung der Osthilfekampagne am 2. Februar in den Räumen der Sparkasse in St. Pölten fest. Diese "Osthilfe-Sammlung" wird erstmals gemeinsam von Caritas und dem Pastoralamt der Diözese St. Pölten durchgeführt. Durch sie werden soziale und pastorale Projekte und Initiativen in den östlichen Ländern Europas unterstützt. Caritasdirektor Schuhböck wies hin, dass Hilfe zur Selbsthilfe überaus wirksam ist. Durch die neue Zusammenarbeit von Caritas und Pastoralamt werde dies noch verstärkt, meinte er.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Osthilfe-Sammlung steht die Situation der "vergessenen Kinder". "Mütter vergessen ihre Kinder nach der Geburt in den Krankenhäusern, weil sie sie nicht ernähren können; die Kinder werden bei caritativen Einrichtungen liegengelassen und gleichsam vergessen", sagte er und warnte davor, diese Kinder "auch in unseren Köpfen zu vergessen". In Albanien ist jedes dritte Kind von akuter Armut betroffen und laut UNICEF leben in Osteuropa etwa 14 Millionen Kinder in Armut.

Osthilfefonds hat vielen Mut gegeben
Auch der Direktor des Pastoralamtes, Msgr. Wilfried Kreuth zeigte sich über die neue Zusammenarbeit erfreut. Der Osthilfefonds habe bisher über 200 Projekte in den ehemaligen Ostblockländern unterstützt. Obwohl kaum große Projekte, habe die Hilfe den Menschen jenseits der Grenze Mut gemacht - sie sind nicht vergessen und können auf Hilfe hoffen, bis sie sich selbst helfen können. Von den ehemaligen "Schwerpunktländern" Tschechien und Ungarn verlagere sich nun die Hilfe weiter nach Osten, etwa in die Ukraine oder nach Rumänien. Dort werden pastorale Einrichtungen unterstützt, die gleichzeitig auch eine wichtige soziale und caritative Funktion haben.

Haus des Friedens in der Slowakei
Helene Renner von der Katholischen Frauenbewegung informierte über ein pastoral-soziales Projekt in der slowakischen Stadt Piestany. Dort wird derzeit mit St. Pöltner Hilfe für schwangere Mädchen, die von zuhause verstoßen werden, ein Mutter-Kind-Wohnheim mit acht Wohneinheiten errichtet. Neben finanzieller Hilfe unterstützen die St. Pöltner Frauen durch ihr Know-how und auch der österreichische Bauorden hat kräftig mitgeholfen, dass dieses Projekt umgesetzt werden kann.

Die "vergessenen Kinder von Tirana"
Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Hilfe für die Straßenkinder in der albanischen Hauptstadt Tirana. Zwei Sozialarbeiterinnen, Etinda Prekperaj und Brunilda Jella schilderten die Situation dieser meist elterlosen Kinder und Jugendlichen. Die Dramatik begann, als viele Menschen vom Land in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Tirana zogen. In kurzer Zeit stieg die Einwohnerzahl von 300.000 auf 800.000. Arbeitslosigkeit, mangelnde Hygiene, Hunger und Verwahrlosung waren die Folge. Mit der einheimischen Caritas versucht die Caritas St. Pölten in zwei Projekten, den Straßenkindern zu helfen: ein Zuhause, eine warme Mahlzeit und die Integration in die Schule. Denn nur nach einer entsprechenden Ausbildung haben die Jugendlichen auch eine Chance auf einen Arbeitsplatz. Erschwert wird die Situation dadurch, dass viele Kinder keine Papiere oder Ausweise haben.

Sparkasse St. Pölten unterstützt
Nach dem Motto "Sparen um zu wirken" unterstützt auch die Sprakasse NÖ Mitte West diese Aktion von Caritas und Pastoralamt. Der Sinn von Sparen liege auch darin, so Vorstandsdirektor Mag. Helge Haslinger, soziale Zwecke zu finanzieren. "Wir müssen neben der wirtschaftlichen Entwicklung auch die soziale und gesamtgesellschaftliche beachten", betonte er. Diese Osthilfesammlung sei "gut investiertes Geld" und er freue sich, dabei Partner zu sein.

Die Osthilfesammlung ist eine Kirchensammlung am 12. Februar oder den darauf folgenden Sonntagen.
Es gibt auch eine Erlagscheinaktion über die Sparkasse NÖ-Mitte-West, BLZ 20256, Kto-Nr. 0000-013011, Kennwort "Osthilfesammlung".