Gesellschaft zwischen destruktiven und lebensbejahenden Strömungen

Über grundlegende Verhaltensweisen der Gesellschaft zwischen destruktiven und lebensbejahenden Strömungen sprach der Wiener Psychotherapeut und Theologe Dr. Richard Picker vor der Vereinigung Christlicher Unternehmer der Diözese St. Pölten im Augustinussaal des Stiftes Herzogenburg. Große kulturelle Höhepunkte und gewaltige Leistungen auf dem Sektor der Musik und Kunst haben jene destruktiven Regungen des Menschen nicht verhindern können, die Brutalitäten gegenüber Mitmenschen bewirken und gar zu Weltkriegen geführt haben. Gegen diese Regungen aus der Tiefenschicht des Menschen gebe es keine Lösungen, wies Picker in seinen Ausführungen hin. Er bedauerte, dass man heute diese Situation schwerer beschreiben und erklären könne als das antike Weltbild in seiner mythologischen Sprache. Hinter allen Mythen, so der Psychotherapeut, stünden belegbare Fakten: der Sündenfall, der erste Mord von Kain an Abel, …

In jahrhundertelangen Bestrebungen haben Menschen versucht, diese destruktiven Regungen aus dem Unterbewussten zu zähmen und zu regeln.
Therapeutisch gesehen, haben all die Gelübde und Regeln, von Buddha bis zum Christentum, nichts erreicht, meint Picker. Diese Dynamik aus dem Unterbewussten brauche einen "Sündenbock", auf den alle destruktiven Triebe gelenkt werden. Erst in Jesus Christus wurde dies beendet, erklärte Picker. "Damals als Theologe habe ich geglaubt, dass das Neue Testament wahr sei. Heute als Therapeut bin ich mir sicher, dass es stimmt", betonte Picker mit Verweis auf seine Erfahrungen aus der Psychotherapie. Liebe, Glaube, Glück und Musik seien letztlich wissenschaftlich nicht erklärbar. Jeder Versuch einer Erklärung führe nur zu neuen offenen Fragen. Picker wandte sich dabei gegen "falsche Mythenbildungen", die diese Wahrheit verdrängen. Therapeuten könnten heute nicht mehr tun als aufzuzeigen, dass die Wahrheit bestehen bleiben müsse und sich der Mensch für das Leben und gegen die destruktiven Strömungen entscheide.