Gemeinsames Gebet gibt der Ehe Bestand

"Gemeinsames spirituelles Leben ist für das Gelingen einer Partnerschaft unerlässlich", sagten die Referenten Rositta und Robert Reithofer von der Schönstatt-Bewegung am 27. Februar 2007 bei der Priesterstudientagung der Diözese St. Pölten: "Leben und Glauben durchdringen einander und stehen nicht isoliert nebeneinander." Dem Referat "Die Kunst als Paar zu leben" im Bildungshaus St. Hippolyt folgten auch Bischof DDr. Klaus Küng, Weihbischof Dr. Anton Leichtfried und Bischof Josef Afrifa-Agyekum aus der Partnerdiözese in Ghana. Das Ehepaar Reithofer präsentierte eine amerikanische Studie, nach der etwa 50% der Ehen, die nur zivilrechtlich geschlossen werden, in Scheidung enden. Auch ein Drittel der kirchlich geschlossenen Ehen werden geschieden. Von über 2.400 Paaren, die in der Kirche heiraten, die Messe besuchen und gemeinsam beten, werde jedoch nur ein einziges geschieden. Auch wenn diese Studie von Mercedes Arzú Wilson für "Family of the Americas" nicht eins zu eins auf Europa übertragen werden könne, zeige sie eindeutig "einen riesigen Unterschied zwischen Paaren, die nur in der Kirche heiraten, und denen, die auch gemeinsam beten", betonte Robert Reithofer. "Es gibt Kriterien für den Bestand von Ehen: Das ist der Glaube an Gott und das gemeinsame Gebet." Das benediktinische "Ora et labora" bewähre sich auch in der Ehe: Man müsse an der Beziehung arbeiten und darum beten.

Dass Partnerschaft und Ehe gelingen, sei für Jugendliche und junge Erwachsene eine große Sehnsucht, weiß das Ehepaar Reithofer aus seiner jahrelangen Tätigkeit als Referenten für Ehevorbereitung und als Mitglieder der Familienkommission der Erzdiözese Wien: "Doch das Know-how dafür ist verloren gegangen." Es werde von der Konsumgesellschaft glauben gemacht, dass man unmöglich nur eine Partnerschaft im Leben haben könne. Auch der Arbeitsmarkt verlange, "dass wir immer flexibler sein müssen", so Rositta Reithofer, "aber zu viel Flexibilität entwurzelt. Eine Pflanze, die oft umgesetzt wird, stirbt ab." Das zeigten auch die Scheidungsraten, die bei Zweit- und Drittehen wesentlich höher seien als die ohnehin schon hohen Scheidungsraten bei Erstehen.

Die Unauflöslichkeit der Ehe dürfe daher nicht als Einengung oder gar als Fessel gesehen werden, sondern als Garant für Sicherheit und Geborgenheit, "wie das Seil bei Bergsteigern." Robert Reithofer ermutigte katholische Paare, sich inmitten einer Gesellschaft von wechselnden "Lebensabschnittspartnern", Patchworkfamilien und homosexuellen Beziehungen "normal zu fühlen, weil es normal IST." Rositta Reithofer ergänzte mit einem Zitat von Papst Benedikt XVI.: "Wenn alles gleich gültig ist, wird alles gleichgültig."