"Gemeinsam für Niederösterreicher in Not"

Mit Vertretern der 8.000 Haussammler, die zwischen 18. Mai und 6. Juli dieses Jahres in Niederösterreich für die Caritas von Tür zu Tür unterwegs sein werden, haben die Caritasdirektoren von St. Pölten und Wien, Mag. Friedrich Schuhböck und Dr. Michael Landau die diesjährige Caritas-Haussammlung eröffnet. Sie steht unter dem Motto: "Gemeinsam für Niederösterreicher in Not". "Unser schönes Land hat auch eine Kehrseite", sagte Caritasdirektor Friedrich Schuhböck. Hinter den Kulissen gebe es eine Not, die nicht offen zutage tritt, die versteckt, nicht bewusst und oft auch nicht gesehen wird. Um diese wahrzunehmen brauche es "Augen die sehen, Ohren die hören, Hände die helfen und Menschen mit Füßen, die zu diesen Menschen gehen". Die Menschen, die für diese Anliegen von Haus zu haus sammeln gehen, geben damit ein Beispiel und zeigen den von Armut Betroffenen, "dass wir liebende Menschen sein wollen und niemand allein ist".

Caritas - letzter sozialer Anker

Caritasdirektor Michael Landau lobte die Haussammler, die einen "notwendigen und Not wendenden Dienst" versehen und durch ihr Engagement "die Güte und Nähe des menschenfreundlichen Gottes bezeugen". Er betonte aber, dass die Caritas den Sozialstaat nicht ersetzen, sondern nur ein letzter sozialer Anker sein könne.

Der zweite Landtagspräsident von Niederösterreich, Herbert Nowohradsky erklärte, dass es auch in Niederösterreich nicht nur die Sonnenseite des Lebens gebe. Das Land habe sich zum Ziel gesetzt, zu einer "sozialen Modellregion in Europa" zu werden. Nowohradsky bezeichnete als kommende Herausforderungen die Leistungen für Demenzkranke und den Hospizdienst. "Unsere Welt können wir nur selbst verbessern", betonte er.

Haussammlung 2007

Bei der Caritas-Haussammlung 2007 wurden 802.000 Euro gesammelt. Davon wurden über 110.000 Euro für die Erstversorgung und Überbrückungshilfe für Menschen in Not verwendet, 90.000 Euro für die Errichtung des Wohnhauses Rastenfeld, 110.000 Euro für das Caritaslager in Vitis, 200.000 Euro für die Sozialberatung und Begleitung einzelner Menschen und Familien in Notlagen und Krisen, 80.000 Euro für die Betreuung, Beratung und Beherbergung von Obdachlosen und Flüchtlingen, ebensoviel für die Betreuung schwerkranker Menschen durch den Hospizdienst, fast 50.000 Euro für die Beratung und Betreuung von Demenzkranken und 85.000 Euro für die Ausbildung junger Menschen in Pflege- und Sozialberufen.

Im vergangenen Jahr wurde 4.670 Menschen in materiellen und finanziellen Nöten Hilfe gegeben, 679 Menschen mit geistiger Behinderung durchgehend betreut, 3.730 Menschen in psychischen Krisen und Erkrankungen beraten und begleitet, 2.928 Menschen zu Hause betreut, 917 Menschen mit Behinderungen bei Arbeitsplatzproblemen unterstützt und 244 schwerkranke Menschen intensiv durch den Hospizdienst begleitet.