"Garten der Religionen" im Stift Altenburg

Über 2.500 Gäste wohnten am Pfingstsonntag der Eröffnung des "Gartens der Religionen" im Stift Altenburg bei. Dieser Garten soll durch Wege, Stein- und Wasserelemente die Sicht der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil darstellen: Hinduismus, Buddhismus, Judentum und Islam. Mit einer neuen Attraktion kann nun das Waldviertler Benediktinerstift Altenburg aufwarten: Am Pfingstsonntag öffnete der "Garten der Religionen" seine Pforten. Er wurde in den vergangenen zwei Jahren auf einem rund drei Hektar großen Grundstück vor dem Stift angelegt und stellt die Sicht der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen dar.
Das als "Großer Stiftspark" bezeichnete Grundstück, das seit dem Jahr 1768 von einer Steinmauer umgeben ist, war nach dem Zweiten Weltkrieg als Gärtnerei, Obstplantage und Christbaumkultur verwendet worden. Bei der Revitalisierung des "Parkes" entschieden sich die Benediktinermönche nicht für die Wiederherstellung eines historischen Barockgartens, sondern für eine aktuelle Gestaltung mit einem der ökumenischen Haltung des Klosters entsprechenden Thema.
"So sollen durch Wegeführung, Stein- und Wasserelemente Hinduismus, Buddhismus, das Judentum und der Islam inmitten des christlichen Klostergartens symbolisiert werden", erklärt Abt Christian Haidinger OSB.

Eröffnungsfeier

Nach einem fulminanten Konzert des Jugendorchesters "Spirit of Europe" unter Martin Sieghart in der "schönsten Bibliothek des Klösterreich". Es erklangen unter anderem die Symphonie Classique von S. Prokofjew und "Les Illuminations" von Benjamin Britten. eröffnete Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka in Vertretung des Landeshauptmannes Dr. Erwin Pröll den Garten, an dem 2 Jahre gebaut und rund 1 Million Euro investiert wurde. Als besonderer Ehrengast konnte Prof. Anas Shakfeh, der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft von Österreich begrüßt werden.

Theologisches Konzept

Abt Christian Haidinger und P. Michael Hüttl erklärten das theologische Konzept des Gartens und gaben eine Führung, bei der jeweils Musik aus den unterschiedlichen Kulturen erklang.
Das Fest, das bei leichtem Regen begann, endete bei Sonnenschein im Garten und im Kulturstadl, in dem die Mönche zum Teilen von Brot einluden. Die drei Grundsymbole, die sich in allen Weltreligionen finden, sind "Weg", "Wasser" und "Brot". Weg und Wasser sind in der Gartenarchitektur die entscheidenden Elemente, um die Erklärung des 2. Vatikanischen Konzils "Nostra aetate" (Über die nichtchristlichen Religionen) darzustellen, das Teilen von Brot wurde das Hauptsymbol bei der Begegnung im Anschluss an die festliche Eröffnung.

Hilfe für Sri Lanka

Der Eintritt in den Garten der Religionen, in die Schauräume des Stiftes, zum Konzert von "Spirit of Europe" war am Pfingstsonntag frei, daher baten die Benediktiner von Altenburg um eine Spende für den Aufbau eines Kriseninterventionszentrums in Sri Lanka, wo nach der Tsunami-Katastrophe Venerable Subhuti, ein buddhistischer Abt, unterstützt werden soll. 1700.- Euro können dem Projekt zur Verfügung gestellt werden.

Besichtigung und Führung

Der Garten der Religionen ist bis 1. November täglich geöffnet und bereichert den Rundgang durch das "Barockjuwel des Waldviertels" um Wesentliches. Für Gruppen gibt es nach Voranmeldungen Gartenführungen, Einzelbesucher können mit Hilfe eines Audioguides von "Mu-Chi", dem chinesischen Klostergärtner, und Abt Placidus, dem Bauabt, durch die Anlage geführt werden.

Im Rahmen des Festivals sind noch weitere Veranstaltungen geplant:
Am Samstag, dem 17. Juni stellen die Altenburger Sängerknaben beim "Sommerkonzert" ihr Programm für die heurige Brasilien-Tournee vor.
Am Samstag, dem 24. Juni gibt es ab 17.00 erstmals eine "Lange Nacht der Gärten" (mit Österr. Zapfenstreich, Feuerwerk u.v.m.) und
am Sonntag, dem, 25. Juni einen "Picknicksonntag".