Weihbischof Anton Leichtfried bei der Karfreitagsliturgie
Pilgern im Sommer
Erntekrone
 
 

Fußwallfahrt für Berufungen

„Was willst du, das ich tue?“ – diese Frage des Apostels Paulus nach seiner Begegnung mit Christus vor Damaskus stand im Mittelpunkt der diesjährigen Wallfahrt der Berufungspastoral am Samstag, dem 11. Oktober auf dem Jakobsweg von der Ferdinandswarte bis Maria Langegg. Über 150 Personen aus allen Teilen der Diözese, Kinder, Jugendliche und Erwachsene brachen bei dichtem Nebel von der Ferdinandswarte auf. Aus der Pfarre Großgöttfritz waren gar 40 Personen mit einem Autobus angereist. Weitere Teilnehmergruppen kamen aus Haag, Waidhofen/Ybbs, dem Franzisco-Josephinum in Wieselburg, aus Amstetten oder aus Stockerau und vor allem aus der Umgebung von Krems und St. Pölten.
„Seine Begegnung mit Christus hat Paulus verändert“, gab Pfarrer Mag. Anton Hofmarcher aus Krems-St. Paul den ersten geistlichen Impuls: „Auch wir müssen Christus begegnen, nicht nur in den sonntäglichen Gottesdiensten, sondern auch in der Auseinandersetzung mit dem Wort Gottes, der Bibel“, sagte er und verwies auf die derzeit in Rom tagende Weltbischofssynode, die sich ebenfalls mit dem Thema Bibel befasst.
Auf dem Weg nach Maria Langegg, auf dem noch zwei weitere geistliche Impuls zu „Gott suchen und Gott begegnen“ sowie „Frucht bringen“ folgten, gab es Zeiten des Betens und Singens, der Stille und des Gespräches miteinander.

Berufung – ein Leben lang aktuell

In der Wallfahrtskirche von Maria Langegg feierte Bischof DDr. Klaus Küng, der die letzte Etappe mit den Pilgern mitgegangen war, den Gottesdienst. „Hier am Wallfahrtsort ‚Maria Heil der Kranken’ erkennen wir, dass wir alle etwa krank sind“, wies der Bischof hin. „Manchmal sind wir blind für den Durchblick, taub für den Anruf Gottes oder auch gelähmt, den nächsten Schritt zu tun“. Jeder könne und soll Maria um Hilfe bitten „damit wir wieder aufstehen und unserem Ziel entgegen gehen“.
Die Frage des Apostel Paulus, „Was willst du, das ich tue“ rege sich „im Herzen eines jeden Menschen, solang der Glaube in ihm lebendig ist“, wies der Bischof weiter hin.
Bischof Küng bedauerte, dass es derzeit nur wenige gebe, die den Ruf zur geistlichen Berufung verspüren. Er frage sich, ob diese Menschen „schwerhörig oder blind“ seien, anderen Trends folgen oder noch nicht angesprochen wurden. Wer aber auf den Ruf Gottes eingehe, gehe auf ein „riesiges Abenteuer“ ein, das „zu Gott führt, zur Liebe und zu einem großen und weiten Herzen“, so der Bischof. Doch Berufung, so der Bischof abschließend, bleibe ein Leben lang ein „immer aktuelles Thema“.